Georg K. Glaser-Preis erhält deutsch-syrischer Erzähler Rafik Schami
29.06.11


Für seine Erzählung "Die Narbe des Hammels" erhält der deutsch-syrische Erzähler Rafik Schami den mit 10.000 EUR dotierten Georg K. Glaser-Preis des Landes Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks.

Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren und floh als Oppositioneller 1970 nach Deutschland. Ursprünglich wollte er Chemie studieren, stattdessen wurde er Schriftsteller. Er lebt heute nach dem weltweiten Erfolg seiner millionenfach verkauften Bücher "Erzähler der Nacht" und "Die dunkle Seite der Liebe" als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren in der Pfalz.

Kulturministerin Doris Ahnen: "Rafik Schamis Bücher sind geprägt vom jahrzehntelangen Verlust der Heimat. Die großen mündlichen Ezähltraditionen, die Schami pflegt und in die westliche Tradition des gedruckten Buchs übersetzt, sind immer spürbar gebrochen durch die Exilsituation, in der sie entstehen. Das macht sie im Jahr des arabischen Aufstandes unerhört aktuell." Diese Aktualität sei auch in der Erzählung "Die Narbe des Hammels" zu spüren.


"Es ist klar, dass der Glaser-Preis Rafik Schami gebührt, seine Geschichte ist zwar recht schlicht erzählt, aber sie lebt von ihrem starken Stoff: der Ohnmacht eines Jungen in einem totalitären Staat, in dem sich die Machtverhältnisse in jeder Institution widerspie-geln, der aber mit kluger kindlicher List einen Ausweg findet", meinte Jury-Mitglied Dr. Meike Fessmann.

Neben der Literaturkritikerin gehörten in diesem Jahr der Literaturkritiker Professor Dr. Martin Lüdke, Dr. Thorsten Ahrend (Lektor des Wallstein-Verlags), der Feuilletonchef der Rheinpfalz, Markus Clauer, Volker Gallé (Kulturkoordinator der Stadt Worms), Michael Au (Literaturreferent des Kulturministeriums) und Alexander Wasner (SWR) der Jury an.

Den mit 3.000 EUR dotierten Förderpreis erhält in diesem Jahr der 1970 in Kandel geborene Schriftsteller Joachim Geil für seine Erzählung "Tischler Nacht zuvor", in der ein alternder Revolutionär in seinem Leben zwischen Frankfurter Schule und Frankfurter Kranz beschrieben wird.

Der Preis ist nach dem 1910 im rheinhessischen Guntersblum geborenen und 1995 in Paris gestorbenen Autor Georg K. Glaser benannt. Letzte Preisträgerinnen und Preis-träger waren Monika Rinck (2010), Jörg Matheis (2009), Katharina Born (2008), Dagmar Leupold (2007) und Norbert Scheuer (2006).

Der Georg-K.-Glaser-Preis wird gemeinsam vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und dem Südwestrundfunk (SWR) ver-liehen. Kulturstaatssekretär Walter Schumacher wird zusammen mit SWR-Landessenderdirektorin Dr. Simone Sanftenberg den Preis am 13.09.11 überreichen.

Quelle: Kulturland RLP

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