Kulturarbeit für und mit Flüchtlingen
16.06.15


Einen Einblick in die Kulturarbeit für und mit Flüchtlingen gibt das Projekt "Kultur heißt willkommen", das das Kulturministerium und das Integrationsministerium letzten Sonntag im Landesmuseum Mainz vorstellten: "Kultur kann ein ganz besonderes Zeichen in der Integration setzen. Künstlerinnen und Künstler bieten einen Einblick in ihre Erfahrungswelt und tragen so zum gegenseitigen Verständnis bei. Kultur ist die universelle Sprache der Menschheit", erklärte Integrationsministerin Irene Alt im Rahmen der Veranstaltung.

"Heute geht es um Begegnungen. Die Menschen, die aufgrund tragischer Entwicklungen ihre Heimat verlassen mussten und zu uns kommen, um hier Schutz und eine Zukunft zu suchen, sind keine anonymen Zahlen. Uns begegnen Menschen mit 'echten' Lebensgeschichten und oftmals tragischen Schicksalen, mit Interessen, Talenten, Ideen und Gefühlen. Wo anders als in der Kultur lässt sich das kreativ und konstruktiv nutzen, um Brücken zu schlagen, sich kennenzulernen und gemeinsam etwas Neues zu kreieren?", fragte Kulturstaatssekretär Walter Schumacher.
Neben der Integrationsministerin und dem Kulturstaatssekretär nahmen zahlreiche Asylsuchende, Flüchtlinge und in der Flüchtlings- und Kulturarbeit engagierte Bürgerinnen und Bürger an der Veranstaltung teil.

Mit der Initiative "Kultur heißt willkommen", die das Kulturministerium 2015 ins Leben gerufen hat, sollen gemeinsam mit dem Integrationsministerium vor allem neu ins Land gekommene Asylsuchende und Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz angesprochen werden. Ausgangspunkt war dabei die Überlegung, wie sie auch von kultureller Seite mit konkreten Angeboten unterstützt werden können und wie die integrative Kraft von Kunst und Kultur genutzt werden kann, um weitergehende gesellschaftliche Integration zu erleichtern.

"Neben der Begegnung geht es heute darum, einen Querschnitt der vielen Projekte zu zeigen, denen das vorbildlich gelingt", so Walter Schumacher und weiter: "Dieser Querschnitt zieht sich durch alle kulturellen Genres und viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern wirken hierbei mit - als Unterstützerinnen und Unterstützer oder als Betroffene, die selbst mit Kreativität und künstlerischem Talent dabei sind."

Gemeinsam dankten die Integrationsministerin und der Kulturstaatssekretär den vielen Menschen, ohne deren großes Engagement die Initiative „Kultur heißt willkommen“ und diese Veranstaltung nicht funktionierten.
"Dazu zählen die vielen Künstlerinnen und Künstler, die sich und ihre Programme heute vorstellen, die Generaldirektion Kulturelles Erbe und das Landesmuseum Mainz, das seine Pforten kostenfrei geöffnet hat und zu Führungen einlädt, aber auch viele weitere wie die Mainzer Verkehrsgesellschaft, die Studierendeninitiative "Cross Borders", die Ehrenamtlichen von "Save Me Mainz", die dabei helfen, dass so viele Asylsuchende und Flüchtlinge an dieser Veranstaltung heute teilnehmen können", so Irene Alt und Walter Schumacher.

Mit der Veranstaltung sollen persönliche Begegnungen und ein Austausch der Kulturszene, der Akteure der Flüchtlingshilfe und der Flüchtlinge ermöglicht, ihr Engagement gewürdigt und möglicherweise auch neue Projekte angestoßen werden.
"Verstehen Sie den Tag heute auch als ausdrückliches Angebot zum Austausch untereinander und als Inspiration zu weiteren Ideen, wie wir die integrative Kraft von Kunst und Kultur nutzen können, um gemeinsam Menschen, die nach Rheinland-Pfalz kommen, zu unterstützen und einzubinden", betonte der Kulturstaatssekretär und resümierte: "Kultur enthält eine klare Botschaft: Kultur heißt willkommen!"

Quelle: kulturland.rlp.de
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