arbeitsgemeinschaft pfälzer künstler (apk) / Museum Pachen
 
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Ralph Gelbert: "Les paradis artificiels"
19.03.17 bis 23.04.17

Vernissage am 19.03.17 um 11.00 Uhr
Einführung: Dr. Claudia Gross


Reale Orte und Landschaften werden in Ralph Gelberts Gemälden in Malerei transponiert. Visuelle Eindrücke und Erfahrungen werden künstlerisch gestaltet und verweben sich in seinen Arbeiten zu Farbspuren, verknoten und verschlüsseln sich, lösen sich auf und finden wieder zusammen - und bilden so einen endlosen Raum. Den Tendenzen des digitalen Zeitalters mit seinen imaginären und imaginierten Orten und Räumen stellt er eine Malerei der Materialität entgegen: Man kann seine Gemälde regelrecht mit den Augen anfassen und Bezüge zu den nicht zuletzt durch die Titel angedeuteten geographischen Regionen und biografischen Stationen herstellen.

In den nun neu entstandenen Gemälden und Zeichnungen spiegeln sich derlei Erfahrungen und Eindrücke wider, wie sie Gelbert in ganz verschiedenen Kontexten kennengelernt hat. Ob im Dschungel der Großstadt, der Subkultur von Berlin und New York, der Wüste Israels oder den grünen Weiten Irlands: Er ist auf der Jagd. Als Jäger nach Licht, Farben, Tönen und neuen Perspektiven. Er sieht sich als Lichtfänger und Lichtjäger, der sich früh morgens auf die Pirsch macht, um die echte Impression zu erlangen oder - um im Bild der Jagd zu bleiben - die echte Impression zu erlegen. Ralph Gelbert sieht seine Gemälde, wie er einmal sagte, als die Trophäen, die er von seiner Jagd, von seinen Reisen mitbringe.

Ralph Gelberts Arbeiten haben jene utopischen Orte, jene atemberaubenden und archaisch wirkenden Farblandschaften bildnerisch eingefangen. Das Ergebnis sind seine gemalten Reisetagebücher. Und auch hier gilt es, nicht so sehr eine nachgeahmte Natur einzufordern, sondern sich als Betrachter auf den Eigenwert der Farben einzulassen, die Strukturen und die ungeheure Energie jedes Pinselstrichs wirken zu lassen, der immer an einen anderen anschließt oder einen nächsten in Bewegung setzt, ohne jemals an Pathos zu verlieren. Gelbert begreift die Malerei und die Verarbeitung visueller Eindrücke als einen Prozess, der nie zu einem Ende kommt. Seine Werke entspringen und erwachsen aus einer Sphäre des Unterbewussten und veranschaulichen in ihrem Entstehungsprozess eine Nähe zur göttlichen Eingebung und der Idee vom Künstler als "Alter Deus", als quasi göttlicher Schöpfer. Gerade das Unbewusste und die unbewussten Triebe kommen in seinen Gemälden zur Anschauung, können nachempfunden werden und spielen insofern auch für die Bildrezeption eine entscheidende Rolle. Kunsthistorisch betrachtet führt er damit den Betrachter zurück zum Geburtsrecht der Ästhetik.
Christine Ryall, Direktorin Christie's Irland

Öffnungszeiten:
Di. bis So. von 14.30 bis 17.30 Uhr
und nach Vereinbarung






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Museum Pachen
Ralph Gelbert: aus der Serie "African savanna / Afrikanische Savanne", 2016, Öl auf Leinwand