"Luft|Bild|Art" - Ausstellung im Museum Herxheim vom 25.08.17 bis 29.10.17



Am 25. August eröffnet das Museum Herxheim seine neue Sonderausstellung "Luft|Bild|Art". Das Herxheimer Archäologie- und Kulturgeschichtsmuseum wagt sich hier auf unbekanntes Terrain und macht eine exotische Neuentdeckung: In Verbindung mit archaeoflug [www.archaeoflug.de] präsentiert es erstmals eine Schau, die das Grenzland zwischen Wissenschaft, Fliegerei und Kunst betritt.

Vernissage am 25.08.17 um 19.00 Uhr
Einführung: Dr. Andy Reymann (Frankfurt a.M.)
Der Künstler ist anwesend.

Aus der Luft in den Boden schauen
Gezeigt werden mehr als zwei Dutzend großformatige Bilder, die zu bersten scheinen von Formen, Farben und Strukturen. Entstanden sind sie in einem langen Prozess, an dem Fotokameras, Ultraleichtflugzeuge, Computer und viel menschliche Kreativität beteiligt waren. Geschaffen wurden sie von Roland Seidel, Mitglied der Gruppe archaeoflug. Mit Hilfe von Fotografien aus der Luft deckt archaeoflug das im Boden unter unseren Füßen verborgene archäologische Kulturerbe der Pfalz auf. Was diese "Luftbildarchäologie" ist und kann, wird in der Ausstellung ebenfalls anschaulich gezeigt.

Ausgangspunkt des Prozesses ist die digitale Bearbeitung der Luftbilder auf Suche nach versteckten Bodendenkmälern wie vorgeschichtliche Grabhügel oder römische Villen. In vielen spielerischen Arbeitsgängen entstehen schließlich sehr farbige, abstrakte, dynamische Bilder. Einige erinnern an Rorschach-Tests und regen wie diese die Phantasie an - mancher Betrachter sieht darin Gesichter, Masken, Tiere... Andere können als digitale Form abstrakter Malerei angesehen werden. Während einerseits jeder Betrachter darin etwas anderes sehen kann, sind die Bilder andererseits auch Vexierbilder, die bei jeder Betrachtung neu auf uns wirken und neue Assoziationen wecken. Wir können sie als Spiel von Figuren, Farben, Mustern, Spiegelungen und Wiederholungen sehen, wir können aber auch versuchen, die Ursprünge, das zugrunde liegende Luftbild zu erkennen und zu entziffern, was die Grundlage des Spiels bildet.

Kunst und die verletzliche Landschaft
Roland Seidel ist mit diesen Bildern etwas gelungen, das ein Anspruch an Kunst sein sollte: einen hohen Abstraktionsgrad zu erreichen. Zugleich lassen sie ihren Ursprung erahnen: die historisch gewachsenen, in jüngerer Zeit aber stark ge-nutzten Landschaften mit ihren vielen und vielfältigen im Boden verborgenen Denkmälern. Letztlich wirken viele der aus der Vogelperspektive entstandenen Strukturen auch fragil und können uns an die Verletzlichkeit der Landschaft und der historisch geschaffenen Erinnerungsorte darin erinnern.

Am 06.10.17 lädt das Museum ein zu einem Abendvortrag über Agrarpolitik, Land-schaftsgeschichte, Umweltschutz und Kulturerbe. Unter dem Titel "Im Buch der Landschaft lesen - Die vierte Dimension der Landschaft" wird Dr. Gerhard Ermischer von der Universität Würzburg auch die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zum Erhalt von Landschaft und Denkmälern und ihre Kooperation mit der europäischen Agrarpolitik vorstellen.

Veranstaltungsort:
Museum Herxheim
Untere Hauptstraße 153
76863 Herxheim bei Landau
website: www.museum-herxheim.de

Öffnungszeiten:
Do. bis Fr. von 14.00 bis 19.00 Uhr
Sa. und So. von 11.00 bis 18.00 Uhr
Di. und Mi. auf Anfrage

Roland Seidel
Roland Seidel: "Luft|Bild|Art"
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