Anne-Marie Sprenger
 

"Die Kunst ist nie ein Ziel, sie ist nur ein Mittel um Lebenslinien zu ziehen ..."
(These der französischen Philosophen Gilles Deleuze und Felix Guattarie)

Anne-Marie Sprengers Bilder sind zumeist mehrteilig, so als ob ein metaphysischer Sachverhalt nie auf ein einziges Bild passen würde. Sie liebt Diptychen und Triptychen sowie ganze Serien, die Prozesse umfassen, Bewusstseinsprozesse, denen sie malerisch-farblich Gesicht verleiht. Dabei handelt es sich nicht selten um kaum darstellbare Vorgänge wie "Grenzverletzung", "Berührungen", "Wahrnehmung", Wandlungen".
Unsichtbares also, das sie künstlerisch materialisiert und oftmals direkt in Farbe übersetzt: in zarte, zurückhaltende Farben zumeist, die auf den unterschiedlich benutzten Papieren immer neue Wirkungen entfalten.
Farben sind für die Künstlerin das natürliche Gegengewicht zur behutsam ins Werk gesetzten Präzesion ihrer materialreichen, stofflich so differenzierten Kompositionen und sie sprechen eine starke Sprache.
Anne-Marie Sprengers Arbeiten besitzen ein angenehme Art der Transparenz, die sie auch dann behalten, wenn die Künstlerin puristisch und sinnlich zugleich sich ausschließlich in "Farbräumen" aufhält.

Gabriele Weingartner, Autorin und Kulturjournalistin


Anne-Marie Sprenger hat sich neben ihren fragmentarischen Collagen, die wie annähernd japanische Rollen-Bilder die Wandflächen akzentuieren, anscheinend konzeptionell anmutenden quadratischen Objekten zugewandt. Doch diese verharren nicht in serieller Monotonie, sondern gebären regelrecht - je nach minutiös gesteuertem Lichteinfall - eine enorme Tiefe. Sie offerieren "Durchgänge", die in ein Numinoses, Unsagbares zu führen scheinen - fern jeder dogmatischen Versprechung. - Assoziationen zum Platonischen Höhlengleichnis gehen nicht fehl. Lassen sie sich verführen.-

Dr. Matthias Brück, Kunstphilosoph