"Farbe: Klang und Materialität"
Ramona Hoffmann über ihre Arbeiten
Das Thema meiner künstlerischen Arbeiten ist die Farbe. Ich stelle Merkmale von Farbe in den Vordergrund meiner bildnerischen Handlungen: Pastosität, das Auftragen mit Ölstiften, Faktur und Schichtung. In Verbindung damit wird die Malhandlung besonders betont. Sie steuert die rhythmische Anordnung der farbigen Elemente.
Ebenfalls thematisiert ist Licht, das aus der Farbe kommt, und das reale Licht, das durch das Farbrelief artikuliert wird. Wichtig wird der Rand des Bildes und nicht die üblicherweise thematisierte Mitte.
Als Bildträger dienen leinwandkaschierte Malplatten, Hartfaserplatten, HDF-Platten und Alu-Dibond Platten. In Beziehung zur Oberflächenbeschaffenheit (glatt, rauh, matt, glänzend) des Trägers wird das Farbmaterial eingesetzt. In einigen Arbeiten tritt der Bildträger gleichzeitig auch als Farbe in Erscheinung.
Verwendet werden zwei verschiedene Arten der Ölfarbe: die Farbe aus der Tube und die Ölfarbe als Stift. Ich arbeite mit Tubenölfarbe in pastoser Form und bringe diese mit einem Pinsel auf den Träger auf. Die Pinselbreite wird bezugnehmend auf das Format des Bildträgers festgelegt und in einer reduzierten Malweise die Farbe auf den Träger aufgebracht. Der Zug des Pinsels erfolgt über die ganze Breite des Trägers und gliedert durch die Pinselspur die Bildfläche. Die pastose Farbe tritt über den Bildrand hinaus.
Außerdem benutze ich die Ölfarbe in Form von Malstiften, d.h. gepresste Farbe, die gleichzeitig Farbe und Malinstrument ist und mir ein unmittelbares Auftragen auf den Bildträger ermöglicht. Durch den Abrieb des Stiftes wird die Bildfläche strukturiert und der Bildrand auch hier durch die Ansammlung von pastoser Farbe verändert. Die Farbmengenverhältnisse bestimmen den Farbton mit und damit die Ausdrucksqualität der Farben. Sie gliedern zusätzlich zur Faktur die Bildfläche.
Aufgrund des Reliefs, das durch das Farbmaterial entsteht, erfährt die Oberfläche eine Artikulierung durch Licht und Schatten. Als Flächenfarbe kommt die Farbe unterschiedlich räumlich zur Darstellung, d.h. in einigen Bildern stellt sich eine Inversion der Farbe ein. In anderen Arbeiten verändern Farbverläufe den Ausdruck der Farbe insofern, als diese sich auszudehnen oder zusammenzuziehen scheint.
Die Herstellung des Bildes ist für den Betrachter direkt am Bild ablesbar.