Stadt Ludwigshafen / Wilhelm-Hack-Museum
 
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Die Stadt Ludwigshafen begann mit dem Aufbau einer Kunstsammlung in den Jahren von 1918 bis 1945. Innerhalb dieses Zeitraums wurde eine beachtliche Anzahl von Kunstwerken zusammengetragen, die in erster Linie kurpfälzischer und südwestdeutscher Provenienz waren. Durch die Wirren am Kriegsende ging ein großer Teil der ausgelagerten Kunstwerke verloren. In der Nachkriegszeit nahm man die Sammlungstätigkeit wieder auf. Es gelang der Stadt, in den 1950er und 1960er Jahren eine Abteilung mit Kunstwerken deutscher Expressionisten aufzubauen. Man wollte damit eine Kunstrichtung fördern, "die als 'entartete' Kunst in den Zeiten der Barbarei verhöhnt und verfolgt wurde".

Im Jahre 1971 stiftete der Kölner Kaufmann Wilhelm Hack (1899-1985) seine private Kollektion von alten und modernen Kunstwerken der Stadt Ludwigshafen, die sich daraufhin entschied, ein Museum zu errichten, um diese großartige Schenkung zusammen mit den Werken der Städtischen Kunstsammlungen angemessen präsentieren zu können. Mit der Ausführung des Museumneubaus wurde das Stuttgarter Architekturbüro Hagstotz und Kraft beauftragt.

Die Stiftung Wilhelm Hacks umfasst drei große Sammlungskomplexe: Den Gondorfer Fund, ein Gräberfund der Völkerwanderungszeit, der keltische, römische und fränkische Grabbeigaben aus dem Zeitraum vom 5. vorchristlichen Jahrhundert bis zum 8. Jahrhundert nach Christus enthält. Die sakrale Kunst des Mittelalters bildet den 2. Teil der Stiftung, sie präsentiert Metall- und Elfenbeinarbeiten, Skulpturen aus Stein und Holz sowie Tafel-, Buch- und Glasmalereien von hervorragender Qualität. Die überregionale Bedeutung des Museums ist jedoch auf den 3. Komplex an Kunstwerken des 20. Jahrhunderts zurückzuführen. Eine einzigartige Dichte an Exponaten, vornehmlich aus der Malerei, dokumentiert die Entwicklung der ungegenständlichen Kunst von ihren Anfängen um das Jahr 1910 bis heute.

Der Schwerpunkt der Sammlungsaktivitäten des Wilhelm-Hack-Museums liegt auf der geometrisch-abstrakten Kunst internationaler Prägung, was dem Haus zu seiner unverwechselbaren Identität als "Hort der konstruktiv-konkreten Kunst" verholfen hat.

Im Dialog zur ständigen Sammlung stehen die Wechselausstellungen, die sowohl die klassische Moderne als auch zeitgenössische Kunst zum Thema haben. Zu den größten Publikumserfolgen zählen die Werkschauen zu Marc Chagall (1990), Andy Warhol (1996/97), Victor Vasarely (1997/1998), Niki de Saint Phalle (2000), Joan Miró (2000/2001), Der Blaue Reiter (2003/2004) sowie die thematisch ausgerichteten Ausstellungen "neue wirklichkeit - abstraktion als weltentwurf" (1994/1995) und "Kunst im Aufbruch - Abstraktion zwischen 1945 und 1959" (1998/1999).


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