Bezirksverband Pfalz / Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk)
 
"Saar Ferngas Förderpreis Junge Kunst 2006"
Bedeutendster Nachwuchskunstpreis in der Region feiert 20-jähriges Jubiläum
21.07.06 bis 10.09.06

1.050 BewerberInnen haben sich bei der elften Neuauflage des "Saar Ferngas Förderpreises Junge Kunst" um den mit insgesamt 16.000 EUR dotierten Nachwuchspreis beworben. Eine fünfköpfige Vorjury hatte im März 2006 aus sämtlichen Bewerbern 23 NachwuchskünstlerInnen - darunter zwölf Frauen und elf Männer - ermittelt, die sich am 21.07.06 in der gehängten Ausstellung in der Pfalzgalerie Kaiserslautern dem Urteil der Endjury stellen. Die ausgewählten Arbeiten sind ab dem 22.07.06 in der Pfalzgalerie zu sehen. Der Förderpreis 2006 wird am 10.09.06 im Rahmen der Finissage in der Pfalzgalerie Kaiserslautern vergeben. An den Sieger des Förderpreises gehen 8.000 EUR, der 2. Platz ist mit 5.000 EUR dotiert, der drittplatzierte Teilnehmer erhält weitere 3.000 EUR. Außerdem können die Besucher während der Ausstellung in der Pfalzgalerie mit ihrer Stimme den Sieger des Publikumspreises ermitteln. Der Künstler mit der Stimmenmehrheit erhält am Ende der Ausstellung einen Preis über 1.500 EUR.

An dem seit 1986 alle zwei Jahre ausgetragenen Förderpreis Junge Kunst der Saar Ferngas AG haben sich bislang insgesamt 7.300 KünstlerInnen im Alter bis 35 Jahre mit rund 25.000 Arbeiten beworben. Das Saarlandmuseum in Saarbrücken, die Pfalzgalerie in Kaiserslautern sowie das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwighafen haben den Förderpreis in zweijährigem Turnus ausgerichtet. War die Ausschreibung des Wettbewerbs bis 1990 lediglich auf die Region Saarland und Rheinland-Pfalz beschränkt, so wurde der Preis seit 1992 bundesweit ausgelobt. In der Folgezeit konnte der Förderpreis eine deutliche Zunahme an Bewerbern verzeichnen. Von durchschnittlich 250 Künstlerinnen und Künstlern stieg die Bewerberzahl in den Folgejahren auf jeweils deutlich über 1.000 an. Bundesweite Beachtung erlangte der Wettbewerb nicht zuletzt durch die jeweils zum Teil hochrangig besetzten Jurys.

Die neunköpfige Endjury des Förderpreises 2006 setzt sich zusammen aus:
- Dr. Stephan Berg, Direktor des Kunstvereins Hannover
- Dr. Britta E. Buhlmann, Pfalzgalerie Kaiserslautern
- Margret Eicher, Künstlerin, Ladenburg
- Markus M. Frey, Saar Ferngas AG, Saarbrücken
- Dr. Richard W. Gassen, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
- Dr. Bernd Goldmann, Direktor "Internationales Künstlerhaus Villa Concordia", Bamberg
- Professor Daniel Hausig, Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken
- Dr. Ralph Melcher, Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Saarbrücken
- Dr. Barbara Steiner, Direktorin der Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig.



Astrid Korntheuer: aus der Serie "Waldinterieurs"

Unter den für die Ausstellung ausgewählten 23 Arbeiten ist in diesem Jahr ein besonders hoher Anteil an Fotografien zu verzeichnen. Nach Einschätzung von Dr. Ralph Melcher, Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (Saarbrücken) und Mitglied der Endjury, ist dies ein Indiz für die Bedeutung der Beschäftigung mit der Wirklichkeitswahrnehmung mit Hilfe der Fotografie.

Die überrealistische Fotografie von Sabine Eberts spielt mit der Erfahrung der übergenauen Erinnerung, während Sonja Irouschek gefundene alte Fotografien mit fremden Familienbildern durch ihr eigenes Porträt ergänzt. Nur von einer vorübergehenden Anwesenheit einer Person berichten die leeren Räume in den Fotografien von Wiebke Elzel und Jana Müller. Anne Heusel versetzt ihre Modelle aus der Gegenwart in die überzeitliche Präsenz altmeisterlicher Bildnismalerei im Stil eines Caravaggio, wobei die Fotografien zu einem fortlaufenden Fries kombiniert werden. Um Landschaftsdarstellungen geht es in den Gebirgsbildern von Jan Fassbender und in den so genannten "Waldinterieurs" von Astrid Korntheuer. Die Skulpturen von Axel Anklam und Gereon Krebber setzen allein auf die formalistische Beschäftigung mit der Oberfläche. Die Detailfotografien von Timo Nasseri und die ironischen Gemälde von Markus Willeke hingegen bilden nach, was sie sind, nämlich Bilder. Mia Bailey setzt in der manisch-sinnlosen Handlung ihres Videos auf einen ganz eigenen Intimitätsbezug, während die äußerst persönliche fragile Textarbeit von Florencia Colombo ganz auf sich selbst gerichtet ist.

"Uns liegt viel an der Weiterentwicklung junger Künstler, die in unserem Wettbewerb durch
herausragende Leistungen auf sich aufmerksam machen konnten", so der Marketingleiter der Saar Ferngas AG, Markus M. Frey. Ausdrücklich hob er die Bedeutung der langjährigen Partnerschaft mit den Museen in Kaiserslautern, Saarbrücken und Ludwigshafen hervor: "Ohne die kritischen Anregungen unserer Partner in den drei Museen hätte der Förderpreis bis heute keine derart positive Entwicklung nehmen können", betonte Frey.

Für den 1929 gegründeten Energiekonzern ist die Unterstützung junger Kunst seit zwei Jahrzehnten fester Bestandteil der Firmenphilosophie: "Wir sind als Unternehmen Teil der Gesellschaft und als 'Good Citizen' haben wir auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, in schwierigen Zeiten erst recht", begründete Konrad Reinert, Vorstandssprecher der Saar Ferngas AG, das langjährige Engagement des Unternehmens. "Schon vor Jahren haben wir unser gesellschaftliches Engagement auf den Bereich konzentriert, der heute noch nach allgemeiner Meinung im Blick auf eine Zukunft in globalen Märkten der wichtigste ist: die Ausbildung, die Bildung junger Menschen in vielfältiger Hinsicht, das Erkennen und Fördern von Talenten", so Reinert. Erst die Kunst schlage die Brücke zwischen unserem rational geprägten Denken und der eigentlichen Grundlage unseres Denkens und Handelns, machte Reinert deutlich. "In Zeiten des kontinuierlichen Wandels vermittelt uns gerade die junge Kunst die Fähigkeit, gewohnte Sichtweisen zu hinterfragen, um sich auf ungewohnte Perspektiven einzulassen", so Reinert weiter.

Die Ausstellung ist im Anschluss danach vom 30.09.06 bis einschließlich 12.11.06 in der Stadtgalerie Saarbrücken zu sehen. Abschließend werden die Arbeiten vom 14.01.07 bis 25.02.07 in der TUFA Trier gezeigt.



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