Stiftung zur Förderung der Kunst in der Pfalz
 

Verleihung des Holbach-Preises durch die Stiftung

Der Vorstand der Stiftung hat den Holbach-Preis ins Leben gerufen und zum ersten Mal 2015 an den Essayisten Dr. Wolfgang Sofsky verliehen. Der Preis ist mit 12.000 EUR dotiert und wird im Turnus von zwei Jahren alternierend in den Bereichen Literatur, Bildende Kunst und Musik für das Gesamtkunstwerk vergeben.Voraussetzung ist der biografische Bezug der Auszuzeichnenden zur Pfalz.

Der Holbach-Preis soll die pfälzische Verbundenheit wie auch die Weitläufigkeit des Paul Henry Thiry d'Holbach (1723-1789 ) widerspiegeln, aber auch dessen Gelehrsamkeit, umfassendes Wissen in den Wissenschaften und Künsten. Paul Henri Thiery d'Holbach stammt aus Edesheim und kam durch seinen Onkel nach Paris. Er studierte in Leiden Rechts- und Naturwissenschaften, war Mitglied verschiedener Gelehrtengesellschaften, so der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften, der Russischen Akademie der Wissenschaften und der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften. Er hatte ein breit gefächertes Wissen, war ein großer Übersetzer und Enzyklopädist und sehr an Musik und den Künsten interessiert.

Verleihung des Preises für Musik in 2019. 
Weitere Infos folgen..


Verleihung des Preise für Bildende Kunst im Mai 2017 an Paloma Varga Weisz 

Die Stiftung zur Förderung der Kunst in der Pfalz verlieh am  05.05.17 um 19.00 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern den Holbach-Preis an die Bildende Künstlerin Paloma Varga Weisz. Die Preisverleihung nahm der Vorsitzende der Stiftung Dr. Bernd Goldmann vor. Die Laudatio sprach Dr. Guido de Werd, ein ausgewiesener Kenner des Werks der Künstlerin.

Über die Vergabe des Preises entschied eine Jury, der Barbara Auer ( Direktorin Kunstverein Ludwigshafen), Dr. Britta Buhlmann (Direktorin Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern), Markus Clauer (Feuilleton, Die Rheinpfalz) und Prof. Heike Kern (TU Kaiserslautern) angehörten.
Paloma Varga Weisz, 1966 in Mannheim geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Neustadt an der Weinstraße. Nach einer Bildhauerlehre in Garmisch-Partenkirchen studierte sie bei Tony Cragg und Gerhard Merz an der Kunstakademie Düsseldorf. Ihr vielfältiges Werk, das Skulpturen, Installationen, Aquarelle und Zeichnungen umfasst,  wird national und international rezipiert und wurde z.B. bereits 2005 auf der Biennale in Venedig und 2012 im Museum of Modern Art, New York gezeigt. Bevorzugt arbeitet die Künstlerin mit Holz und Keramik; kunsthistorische Referenzen zu Dürer und Rembrandt sowie eine geheimnisvolle, psychologische Tiefe zeichnen das Werk der Künstlerin aus. Ihre oftmals surreal anmutenden Skulpturen werden bühnenreif inszeniert, sie "berühren und überwältigen durch handwerkliche Präzision, Erhabenheit, Subtilität, ikonografische und kunsthistorische Referenzen" so das Urteil der Jury.


Verleihung des Preises für Literatur an Dr. Wolfgang Sofsky im September 2015

Die Stiftung verleiht am 20.09.15 um 11.00 Uhr im Künstlerhaus Edenkoben diesen neugegründeten Preis an den Schriftsteller Wolfgang Sofsky. Darüber entschied eine Jury, der Bernd Goldmann, Theo Schneider (SWR - Kaiserlautern) und Hans Thill (Künstlerhaus Edenkoben) angehörten.

Dr. Wolfgang Sofsky, geb. 1952 in Kaiserslautern, lehrte als Professor für Soziologie an den Universitäten Göttingen und Erfurt, bevor er sich entschied, als Privatgelehrter, Essayist und politischer Kommentator in der Nähe von Göttingen zu arbeiten. 1993 wurde er mit dem Geschwister-Scholl-Preis für sein Buch "Die Ordnung des Terrors. Das Konzentrationslager" geehrt. Wolfgang Sofsky beschreibt - oder besser gesagt erzählt menschliche Befindlichkeiten in einer Klarheit und Eindringlichkeit, die wachrüttelt.
"Privatheit ist der Kern persönlicher Freiheit. Sie muss gegen den Zugriff staatlicher Macht ebenso verteidigt werden wie gegen den Übergriff aus der Gesellschaft", heißt es zu "Verteidigung des Privaten" (2007).
In "Das Buch der Laster" (2009) erkundet der Autor mit einem unbestechlichen Blick in das menschliche Wesen und Unwesen die Gesetze der Unmoral.
Den schmalen Pfad zwischen bildender Kunst und Literatur betritt Sofsky meisterlich, indem er Bilder der Gewalt in seinem Buch "Todesarten" (2011) beschreibt und in den großen, nicht nur kunstgeschichtlichen Zusammenhang stellt.

Wolfgang Sofsky ist ein Erzähler unter den Essayisten; er steht in der Reihe der besten. Mit seinem Roman "Weisenfels" hat er ein Buch geschaffen, das wunderbar fesselnd fabulieren kann und dennoch Kunstbetrachtung und philosophische wie menschliche Reflexionen leicht und klar einfließen lässt: "Hass und Liebe, Hingabe und Gier, Leid und Freude".

Der Holbach-Preis soll die pfälzische Verbundenheit wie auch die Weitläufigkeit des Paul Henri Thiry d'Holbach (1723-1789) widerspiegeln, aber auch dessen Gelehrsamkeit, sein umfassendes Wissen in den Wissenschaften und Künsten. Darüber hinaus war Holbach ein großer Übersetzer und Enzyklopädist. Holbach stammt aus Edesheim. Seine Eltern waren dort Winzer, seit Generationen Pfälzer. Das heute als Hotel bestehende Schloss gehörte der Familie. Durch seinen Onkel, dessen Privatbibliothek in der Pfalz polizeilich beschlagnahmt wurde, kam er nach Paris. Er studierte in Leiden Rechts- und Naturwissenschaften. Nach dem Studium wurde er von seinem Onkel adoptiert, erhielt dessen Namen und Adelstitel und wurde französischer Staatsbürger.

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Förderung für künstlerische Projekte in der Pfalz - Ausschreibung 2012/13

März 2013

Die 1972 errichtete Stiftung zur Förderung der Kunst in der Pfalz hat erstmals einen Wettbewerb zur Förderung pfalzbedeutsamer Projekte aus allen Kunstbereichen ausgeschrieben.

Mit dem Wettbewerb will die Stiftung neue Akzente in ihrer Förderpolitik setzen. Sie will damit einen Beitrag dazu leisten, dass die Pfalz als Kunstregion sich weiterentwickelt und Künstlerinnen und Künstler, die aus dieser Region stammen oder hier künstlerisch tätig sind, eine zusätzliche Chance bekommen, sich mit ihren Kunstwerken einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Aus dem Kreis der 45 Bewerbungen schlug die Jury die in Neustadt wohnhafte Medienkünstlerin Sarah Mock als alleinige Preisträgerin vor. Die Förderung der von ihr eingereichten Projektunterlagen mit dem Titel "Projekt Zufall" erfolgt auf der Grundlage des von ihr vorgelegten Kosteschätzung mit einem Betrag von 5.000 EUR.

Die 1984 geborene Preisträgerin studierte nach ihrem Abitur an der Kunsthochschule Mainz Bildende Kunst, während des Studiums konzentrierte sie ihre Ausbildung auf Medienkunst und machte in Mainz ihr Staatsexamen bei Prof. Dieter Kiesling. Darauf folgte ein einjähriger Erasmus Stipendium in Videokunst und Videoinstallation Brno. Zurzeit studiert Sarah Mock bei Prof. Thomas Arslan und Maria Vedder an der Universität der Künste in Berlin im Rahmen eines Meisterstudiums.

Ihre künstlerische Arbeit fand bereits mehrfach durch die Verbindung von Preisen, zuletzt dem Kunstpreis der Heinrich-Vetter und die Einladung zur überregional bedeutsamen Ausstellungen öffentliche Beachtung.

Die aus fünf Fachjuroren bestehende Jury begründete ihre Empfehlung, der Künstlerin Sarah Mock die ausgelobte Projektförderung zuzuerkennen mit der Feststellung "das die Kriterien für die ausgelobte Förderung durch sie am besten von allen Bewerbungen erfüllt sind, der Bezug zu Menschen und Geschichte der Pfalz sowie der Gedanke der Interaktivität."

Die nächste Ausschreibung einer Projektförderung wird für 2014/2015 erfolgen.