Gummi-Mayer GmbH & Co. KG / Galerie M am Deutschen Tor
 
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Birgit Vonholdt: "Farbe des Südens"
Aquarell
01.03.09 bis 03.04.09

Besprechung von Gabriele Weingartner, Die Rheinpfalz vom 23.02.09

Schwerpunkt bei Künstlern der Region

Interview: Franz Mayer eröffnet am Sonntag seine "Galerie M am Deutschen Tor" – Arbeiten von Birgit Vonholdt zum Auftakt

Am Sonntag, 1. März, 11.00 Uhr, öffnet in Landau mit einer Ausstellung von Birgit Vonholdt eine neue Galerie ihre Pforten: Am Deutschen Tor gelegen, nennt sie sich folgerichtig "Galerie M am Deutschen Tor", ihr das historische Bauwerk stilisierendes Logo - ein zart von zwei Säulen eingerahmtes "M" - weist darauf hin, dass es Franz Mayer ist, der der Stadt einen neuen Kunst-Ort bereitstellt. Mit dem Nachkommen der bekannten Landauer Firma Gummi-Mayer sprach Gabriele Weingartner.

GW: Bei der derzeit herrschenden Finanzkrise, in der selbst Mäzene wie die Deutsche Bank nur noch zögerlich Kunst unterstützen und oder ihre Zuwendungen zusammenstreichen, kann man sich darüber wundern, dass Sie es wagen, eine Galerie zu gründen. Wie kam
es zu dem Entschluss?
FM: Die Idee, eine Galerie zu eröffnen, in der zunächst maximal zweimal im Jahr Ausstellungen stattfinden sollen, hatte die Familie schon seit mehreren Jahren. Da der damit verbundene finanzielle Aufwand in einem überschaubaren Rahmen liegt, verstehen wir uns nicht als Mäzene.

GW: Landau ist ja nicht unbedingt eine Stadt, in der Künstler und Künstlerinnen keine Gelegenheit hätten, ihre Arbeiten zu zeigen. Es gibt die Villa Streccius, die von einem rührigen Kunstverein und vom städtischen Kulturamt "bespielt" wird, es gibt "Nebenschauplätze" wie die Stadtbibliothek oder das Frank-Loebsche Haus, auch eine
andere private Galerie existiert bereits. Ganz abgesehen von der mächtigen Präsenz des Strieffler-Hauses oder den Ausstellungsmöglichkeiten im Landkreis Südliche Weinstraße. Sie sind also regelrecht umzingelt. Wie wollen Sie sich denn da unterscheiden? Oder, umgekehrt gefragt: wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte?
FM: Wir sehen uns nicht im Wettbewerb zu den bekannten öffentlichen oder privaten Ausstellungsinstitutionen, wir verstehen uns als Ergänzung zum bestehenden Angebot. Wir wollen die Kunst in einem Rahmen präsentieren, in dem sie, die Kunst, die Künstlerin, der Künstler im Vordergrund steht. Um mit Ihren Worten zu sprechen: wir fühlen uns nicht umzingelt, sondern eingebettet. Künstler, Ausstellungsinstitutionen sowie die vielen interessierten Südpfälzer werden ein fruchtbarer Nährboden sein, um die junge Galerie an ihren Aufgaben wachsen zu lassen. Unseren Schwerpunkt legen wir auf die in der Region lebenden Kunstschaffenden.

GW: Erfahrungsgemäß ist es sehr schwierig, einen Ort, wo Bilder gezeigt werden, nach der Vernissage mit Leben zu erfüllen. Haben Sie Pläne, die "Galerie M" an bestimmten Tagen auch anderen Künsten zu öffnen? Schwebt Ihnen da schon etwas Genaueres vor?
FM: Sicherlich hat die bisherige Erfahrung gezeigt, dass das Interesse an Ausstellungen nach der Vernissage zurückgeht. Wir haben Vorstellungen, den Ort der Ausstellung auch für die Folgezeit noch etwas zu beleben. Zunächst liegt jedoch unser Hauptaugenmerk auf der Eröffnung der Galerie. Ob die Öffnung gegenüber anderen Künsten zur Erschließung einer höheren Resonanz tatsächlich von Künstler und Galerie gewünscht ist, bleibt vorerst ebenso kritisch zu hinterfragen wie die Gefahr der Verwässerung des Konzeptes.


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