Technische Universität Kaiserslautern / Array
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Menetekel: "Timelapse"
Eine Ausstellung des Studium Integrale in der Galerie der TU Kaiserslautern
05.06.13 bis 30.06.13
Galerie in der TU
Menetekel: "Dreifalt"

Vernissage am 04.06.13 um 19.00 Uhr
Begrüßung: Prof. Dr.-Ing. Lothar Litz, Vizepräsident der TU Kaiserslautern
Einführung: Dr. Ulrich Blanché, Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg

Es sind mittelalterliche Motive sakraler Kunst, die die Aufmerksamkeit des Betrachters sofort auf sich ziehen und der Graffitikunst von "Menetekel" ihren besonderen Reiz geben.
Als "Menetekel" werden Warnungen bezeichnet, die Unheil ankündigen. Der Begriff stammt aus dem Alttestamentarischen. Gott kündigt hier mit einem Graffiti dem babylonischen König Belšazar den Tod und den Zerfall des Königreichs an. Der junge Künstler aus Saarbrücken gebraucht ihn ironisch als Künstlernamen und spielt damit auf die Herkunft des Wortes an.
Unheimlich wirken auch die Arbeiten von Menetekel. Erst auf den zweiten Blick fallen Spuren aus der heutigen Zeit auf: Heiligenfiguren besitzen Augen wie die Simpsons, hinter christlichen Kreuzen lugen Spraydosen hervor und gotische Bauelemente wie Fialtürmchen sind mit spacigen Rampen umwickelt. Wie der Künstlername so erhält auch die Kunst einen ironischen Touch.

Doch ist es wirklich Graffitikunst? Seit seinem 13. Lebensjahr setzt sich der gebürtige Saarbrücker mit Graffiti auseinander. Die Street Art-Szene empfindet er schon bald als beengend. Motivisch, stilistisch aber auch technisch beginnt er, nach neuen Wegen zu suchen. Elemente des Konstruktivismus, Surrealismus und Grafikdesigns fließen in seine Kunst ein. Zwar arbeitet Menetekel weiterhin mit der Sprühdose auf der Wand, doch erweitert er die Technik durch jene der Malerei und Fräsarbeiten in Holz.
Motivisch geht es ihm nicht mehr um das 'klassische Schreiben' von Buchstaben auf eine Wand, sondern er stellt das einstmals schmückende figürliche Beiwerk im Graffiti, den "Charakter", in den Fokus seiner Kunst. Seine Werke haben nicht jene der 1970er oder 1980er Jahre in New York zum Vorbild. Sie resultieren vielmehr aus der eigenen Kultur und Identität; um den eigenen Glauben geht es Menetekel dabei nicht. Gefragt nach dem Ursprung seines sakralen Einflusses antwortet er: "Ich habe angefangen, mich genauer in meiner eigenen Umgebung umzuschauen und der Ort an dem ich am häufigsten auf Kunst im öffentlichen Raum und sogar Wandmalereien gestoßen bin, war eben die Kirche. Ikonen zum Beispiel schienen mir eine geeignete Schnittstelle, um von den Buchstaben zum Figürlichen zu wechseln. Nicht nur, dass hier, wie bei meinen Buchstaben, auf eine zweidimensionale Darstellungsform zurückgegriffen wurde, man spricht sogar davon, eine Ikone zu schreiben."

In der Galerie in der Technischen Universität werden Arbeiten aus den Jahren 2008 bis 2013 gezeigt, die die Entwicklung des Graffitikünstlers zu "Menetekel" verdeutlichen.



Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 8.00 bis 23.00 Uhr
Sa. von 9.00 bis 23.00 Uhr
An Sonn- und Feiertagen geschlossen.





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Menetekel: "Dreifalt"