Die Videoarbeiten von Sabrina Geckeis und Judith Walz heißen ganz unprätentiös "Räumen", "Legen", "Falten". Das klingt alltäglich, vertraut, bekannt - und genau darum geht es auch. Der Betrachter wird mit seiner eigenen Erfahrung aus tausendfach erlebten Situationen konfrontiert, die nun auf überraschende Art und Weise neu konnotiert wird, oder wie die Künstlerin formuliert: "Es eröffnet sich ein Spielfeld zwischen Déjà-vu und Neuentdeckung.
Beispielsweise in dem Video "Falten". Gezeigt wird in der Eingangssequenz ein schwarzes Quadrat auf einem quadratisch strukturierten Grund. Material, Maße, Bedingungen des schwarzen Objekts sind zunächst nicht näher definiert. Dies klärt sich erst mit dem Auftreten der beiden Performerinnen Geckeis und Walz. Das Objekt entpuppt sich nun als eine zusammengelegte Folie, die in synchronem Rythmus entfaltet wird - jeder kennt das vom gemeinsamen Zusammenlegen von Bettüchern oder ähnlichen Heimtextilien. Hier stellt sich noch etwas anderes ein: Die Freude an der Entfaltung von Geometrie, wenn die schwarze Folie in der Schlusssequenz des Videos passgenau in die quadratische Rasterung des Bodens eingefügt wird. Ist das eine Hommage an das berühmte Schwarze Quadrat auf weißem Grund von Kasimir Malewitch? Oder eine Ode an das Einfache? Gar ironischer Kommentar der Konkretion? Von allem etwas, wesentlich jedoch scheint die Einsicht in die Ambivalenz von Erfahrungs- und Bedeutungsstrukturen.
Die Videoarbeiten von Sabrina Geckeis zeigen und stehen für Prozesshaftigkeit des Handelns, vermittelt durch denkbar banale Beispiele und Aktionen. Natürlich sind dies immer Hinweise auf Allgemeingültigkeit, geht es doch im Grunde dabei nicht um die Handlung, sondern um die Frage nach dem imago hinter der Aktion.
Dr. Heinz Höfchen (aus der Rede zum Nachwuchpreis für Bildende Kunst 2010, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern)