Text von Dr. Annette Reich zu dem Objekt "Forelle"

[...] Bernd Deckers Hauptinteresse gilt der künstlerischen Auseinandersetzung mit Raum und Zeit im Allgemeinen, mit Lebensraum und Alltag im Besonderen. Seine Werke sind für den Betrachter rational erfassbar und durch die verwendeten Materialien zugleich sinnlich erfahrbar. Sie spiegeln den Zeitgeist in unkonventioneller Art und Weise wider, wofür "Forelle" ein typisches Beispiel ist.

Das Objekt besteht aus einer Box mit den Maßen 110 x 84 x 89 cm, die sich aus Aluminiumstäben und vier sandgestrahlten Glasscheiben als Seitenwände und einer transparenten Glasscheibe als Abdeckung zusammensetzt. Die klare Form des Kubus ist eine bewusste Bezugnahme auf die Modularchitektur "Le Corbusiers".

Auf der Vorderseite sind folgende Buchstaben und Zahlen zu lesen: DK AUT 9317 2H 029, darunter steht in der zweiten Zeile das Datum 30.10.02. Die Bedeutung der Schrift als ein wesentlicher Bestandteil des Werkes erschließt sich erst, wenn der Betrachter seiner Neugierde folgt und von oben in die Box hineinschaut. Auf ihrem Boden sieht er einen Fisch auf Eis in Form eines computerbearbeiteten Fotos mit den darübergelegten Rasterlinien. Die Codenummer ist zugleich Identifikationsnummer und stammt von der Verpackung aus dem Supermarkt. Das Datum bezieht sich auf die Haltbarkeit, deutet also Vergänglichkeit an. Es drängt sich die Frage auf, ob es auch ein "Verfallsdatum für die Kunst" gibt? [...]