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22. Chemins d'art sacré en Alsace - Marie-Kathrin Reiter-Daspet
04.06.19 bis 01.10.19


Thematische Ausstellungen


Vernissage am 13.06.19 um 19.00 Uhr 

"Wenn Gott sogar die Feldblumen, die heute blühen und morgen ins Feuer geworfen werden, so schön kleidet, wie viel mehr wird er sich dann um euch kümmern, ihr Kleingläubigen!" Matth. 6,30

Die Natur in seiner Fülle nährt alle unsere Sinne und in ihr entdecken wir ein wiederbelebendes Gefühl. Um der Natur näher zu kommen, muss man seine fünf Sinne entwickeln, aufhorchen in einer stillen Einkehr und einfach geschehen lassen. Nur durch die Versenkung: diese geduldige Betrachtung ohne Vorurteile, eine Art Offenheit aller Sinne, wo die Zeit entschwunden ist, wird uns eine neue unsichtbare Welt offenbart. Im Gegensatz zu unserer heutigen Zeit, wo wir ständig eilig, gehetzt, abgelenkt und unaufmerksam sind. In dieser Versenkung erfahren wir Unerwartetes und Unverhofftes und erleben neue Einsichten.

Die Versenkung ist ein Gebet ohne Wort, weil in dieser Einkehr, diese aufmerksame Beobachtung dessen, was uns umgibt, die Seele mit Gott vereint ist. Simone Weil, Philosophin, schrieb: "In Allem, dass in uns das reine und authentische Gefühl der Schönheit verursacht, ist wirklich eine Gottesanwesenheit da. Es ist fast eine Gottesverkörperung in dieser Welt, dessen Zeichen die Schönheit ist". In Matthaus 6, wird gesagt dass Salomon in all seiner Pracht nicht der Herrlichkeit  der Feldblume gleicht und da verstehen wir auf einmal das Gott uns diese vergängliche und verschwindende Schönheit im Übermaß schenkt.

Durch meine Fotos versuche ich das Alltägliche in eine sanfte und beruhigende Melodie für die durstigen Seelen nach Schönheit zu verwandeln. Ich versuche den abgestumpften Blick zu berühren und ihn zu ermuntern, diese Fähigkeit zur Verzückung wiederzufinden. Diese Verzückung nistet tief in uns und so wird das Kind in uns erweckt, das zum ersten Mal die Welt entdeckt mit seinem neugierigen und entzückten Blick.
Meine Bilder sind von Haikus begleitet, es ist eine kurze Lyrik, wo die Natur und  die Jahreszeiten eine große Rolle spielen. Es sind Gedichte über das Vergängliche, über die Beobachtung der kleinen flüchtigen Dinge des Lebens. Diese Lyrik versucht das Vergängliche festzuhalten und versucht die Gefühlsregung vor der aufkommenden fast unmerklichen Schönheit zu bewahren. Es ist eine Empfindung von Herzen zu Herzen oder von  Seele zu  Seele.

Um zum Abschluss: "Der Blick und die Erwartung, ist die Haltung, die der Schönheit entspricht. Solange man noch überlegt, will oder wünscht, erscheint die Schönheit nicht". Simone Weil

Öffnungszeiten:
täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr



Veranstaltungsort:
Kirche Saint Georges
Rue du Presbytère 5
67500 Haguenau


Künstler:
Reiter-Daspet Marie-Kathrin
Marie-Kathrin Reiter-Daspet
Marie-Kathrin Reiter-Daspet: "Kreuzigung", 2009, Acrylmalerei, 200 x 150 cm