Thomas Baumgärtel & THITZ
05.09.20 bis 01.11.20

Thomas Baumgärtel 
Sein Ruf als "Bananensprayer" eilt ihm wie ein Donnerhall voraus. Die Verknüpfung von Pop Art und Urban Art mit altmeisterlicher Kunst ist die verknüpfende Facette seines Schaffens. Baumgärtels Kreuzigung einer Banane während der Zivildienstzeit in einem kath. Krankenhaus (Hängung einer Schale am Kreuz) vor mehr als 30 Jahren hatte als Folge die Kultivierung von Bananenschalen und der Tanz um die Banane begann. Bereits seine Bananenschablone von 1986 weist Ähnlichkeiten mit Andy Warhols Entwurf einer Banane für ein Schallplattencover. In der Folge wurde die Banane sein Markenzeichen und die Spraydose sein Pinsel. Internationale Kunst-Aktionen folgen. 
Seine "Exzellenzbanane", die inzwischen mehr als 4.000 Institutionen rund um den Globus auszeichnet, hat ihn weltberühmt gemacht.

Auch unsere Galerie trägt eine Spraybanane am Revers, ein Echtheitszertifikat - eine Banane als öffentliches Kunstwerk - die dem Haus als anonyme Präsentation eine eigene Aura verschafft. Sie ist wesentlich konstituiert durch das Moment der Ironie.

Baumgärtel - ein Provokateur mit clownesken Zügen. Seine Werkzeuge sind die optische Irritation und der visuelle Witz. 
Mit der Banane rückt er spitzbübisch durch planvolle Übersprühungen den „Alten Meistern“ auf den Leib, die streng genommen keine sind, um sie aufzufrischen. Er überführt in einem kühnen Akt mittels phantasievoller Variationen der gelben Banane das Abgelegte in die herrschende Alltagskultur, verschafft den anonymen Werken eine Aura und Existenz als Kunstwerk.
 
THITZ 
Thitz - Tüten - Kunst - weltumspannend - international.
Mit Tüten jedweder Art hat Thitz ein authentisches Symbol für seine Botschaft gefunden, auf der Suche nach einer weltumfassenden Bildsprache, in der sich Vergangenheit und Zukunft der Menschen auf unserem Globus widerspiegeln. Tüten gibt es auf allen Kontinenten, und das bezeichnet auch seinen Tätigkeitsbereich.

Für die Thitzwelt ist die Tüte das geborene Motiv, sie ist ein Symbol für und reale Globalisierung in einem. Ein faszinierendes Weltbild spannt Thitz auf, seine Bilder werden auf Tüten in den Kontext der historischen Stadtlandschaften gestellt. Seine malerische Kraft, seine vitale Erzählsprache sucht ihresgleichen. 
Thitz ist ein großartiger Erzähler - es ist eine Hommage an die Buntheit und Vielfalt der Welt. Sie spiegelt eine optimistische Weltsicht wider, die ihm vom Innersten her zu eigen ist.

Thitz festigt seine Malerei mit Hilfe der Linie der Zeichnung. Ihr folgen wir von Gesicht zu Gesicht, von einem Haus zum andern. Die Welt ist voller Überraschungen, voller ungewohnter Perspektiven und Buntheit, es ist die unstillbare Sucht nach dem Leben. Belebte Straßen und Häuser mit fröhlichen und nachdenklichen Gesichtern. Es gibt viel zu entdecken - oft ist Thitz auch irgendwo in den Bildern verborgen und wenn es seine rot/gelben Schuhe sind. 

Zwei Freunde
Thitz, der Tütenkünstler - Thitz und die Tüte
Baumgärtel, der Bananensprayer - Bananenschablone als Pinselersatz
 
Beide arbeiten an ganz unterschiedlichen Orten, mit anderen künstlerischen Mitteln und Ausdrucksformen und doch stellen sie sich seit 1998 immer wieder den Gemeinschaftsarbeiten, die zwischen den jeweiligen Aufenthaltsorten von Thitz und Baumgärtel hin und her geschickt werden, jeweils mit dem Ziel sie zu vollenden.
 Thema der farbigen Zeichnungen ist die Kommunikation, das Miteinander unserer Kulturen und der Dialog zwischen den Menschen. Ob es sich um die vielen bunten Menschen mit ihren roten und gelben Schuhen von Thitz oder um die "Kunstfigur" mutierte Banane des Thomas Baumgärtel handelt, in einem Thema treffen sich die Künstler immer wieder: die Reflexion unserer existenziellen Bedingungen.
 
Eigen ist beiden, dass sie sich auf eine allgemeinverständliche, von jedermann lesbare Sprache einlassen, die zu deuten in zwei Schritten möglich ist. Zunächst bleiben die Bilder und Objekte in ihrer Fröhlichkeit, ihrem spielerischen Reiz ein weites Feld für die Betrachtung. Der zweite Blick verrät einen sehr kritischen und ironischen, bisweilen auch bissigen Umgang mit der Realität mit dem Ziel ihre Strukturen zu durchleuchten und aufzudecken. Die Gemeinschaftsarbeiten zeigen die Künstler als "global player" inmitten unserer realen Welt. Das Prozesshafte gehört zum wesentlichen Selbstverständnis dieser beiden Künstler. Die permanente Veränderung der Welt spiegelt sich in der außerordentlichen Vitalität der Arbeiten wider. Das unmittelbare Reagieren auf die Vorlagen des Künstlerkollegen erfordert dabei nicht nur Reflektion über die eigene und die andere Arbeit, vielmehr auch die Zurücknahme eigener Vorstellungen, Diskussionen und Konfliktlösungen, ein künstlerischer Ansatz, der durchaus gesellschaftspolitische Ideale veranschaulicht. 
 
Baumgärtel und Thitz überzeugen nicht zuletzt deshalb, weil ihre Arbeiten auch während der Zusammenarbeit authentisch bleiben.

Öffnungszeiten:
Di. bis Fr. von 14.00 bis 18.00 Uhr
Sa. und So. von 14.00 bis 17.00 Uhr



Veranstaltungsort:
Galerie Kulturraum
Maximilianstraße 99
67346 Speyer
www.galerie-kulturraum.de
Galerie Kulturraum
Thomas Baumgärtel & THITZ