Stadt Ludwigshafen / Wilhelm-Hack-Museum
 
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"abstract art now - strictly geometrical?"
Abstrakte Tendenzen in der internationalen zeitgen├Âssischen Kunst
30.07.06 bis 24.09.06

Zwei Ausstellungen mit dem Titel "abstract art now" widmen sich den neuen abstrakten Tendenzen in der internationalen zeitgenössischen Kunst. Nach dem ersten Teil mit dem Untertitel "floating forms" wird aktuell die zweite Ausstellung mit dem Thema "strictly geometrical?" gezeigt. Sie greift die neuen Entwicklungen der geometrischen und konstruktiven Formensprache in den letzten Jahren auf.

Auf ein breites Spektrum an aktuellen Ausdrucksformen ist der Fokus der Ausstellung gerichtet, wobei neben Malerei auch Skulptur, Fotografie, Video und Installation einbezogen werden. Eine vornehmlich junge Künstlergeneration bedient sich des traditionellen Formenrepertoires und interpretiert es völlig neu. Durch Ironisierung, Dekonstruktion, Monumentalisierung der geometrisch-reduzierten Formensprache und einem Crossover mit Elementen des Designs, der Computerästhetik, von Film und Architektur werden völlig neue Ausdrucks- und Formenqualitäten entwickelt.

Die international besetzte Ausstellung mit 22 KünstlerInnen aus sechs Nationen präsentiert das Bild eines unerwartet vielfältigen Stilmixes und überraschenden Formfindungen. Gezeigt werden auch Werke von vier KünstlerInnen, die das Wilhelm-Hack-Museum zum ersten Mal in Deutschland vorstellt: Rauminstallationen von Alice Cattaneo (Italien), minimalistische Architekturfotografie von Todd Eberle (USA), experimentelle Fotografie von David Moreno (USA) und dekonstruierte Möbelskulpturen von Courtney Smith (USA).

Anhand ausgewählter Positionen soll der Blick auf die aktuellen Ausdrucksformen geometrischer Kunst gerichtet und Dialoge zwischen den Werken ermöglicht werden. Vielfach erscheint die konstruktive Formensprache wie zersplittert und dekonstruiert.

Es finden sich Anklänge an futuristische und kubistische Architekturen, u.a. bei Torben Giehler und Stephan Jung. Das traditionelle Rechtecksystem wird aufgebrochen und verfremdet. Haluk Akakce setzt sich im Medium Film mit ähnlichen Formenexperimenten auseinander. Angela Bullochs Installation "The Power of 8/3" zitiert im Medium so genannter Pixel-Boxen die Bildtradition der Monochromie, verwendet hingegen nicht 'reale', sondern ständig wechselnde, computergenerierte Farben.

Liam Gillicks "Constructions" überführen das traditionelle Rastersystem in den Raum und eröffnen so zusätzliche Bezüge zum Design. Jim Lambie wiederum verwandelt den Raum in eine Skulptur, indem er den Fußboden der Treppe mit einem Streifenornament überzieht. Florian Baudrexels großdimensionale, wabenartige Wandreliefs erinnern in ihrem wuchernden Charakter an Schwitters' Merzkunst.

Die Vorstellung von Architektur wird in den Rauminstallationen - imaginären Stadtlandschaften - der Koreanerin Won Ju Lim transformiert - Elemente von Skulptur, Design, Architektur und Film werden zu einer dreidimensionalen utopischen Konstruktion.

Zu sehen sind Arbeiten von Haluk Akakce, John Armleder, Dieter Balzer, Florian Baudrexel, Angela Bulloch, Alice Cattaneo, Todd Eberle, Torben Giehler, Liam Gillick, Stephan Jung, Jim Lambie, Gabriele Langendorf, Won Ju Lim, Manfred Mohr, David Moreno, Florian Morlat, John Nixon, Michael Reiter, Michael Schmeichel, Courtney Smith, Vincent Tavenne und Jens Wolf.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kerber Verlag mit 120 Seiten, ca. 90 Abbildungen, einführenden Texten von Christian Janecke, Theresia Kiefer und Lida von Mengden sowie Texten zu den KünstlerInnen.





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Vincent Tavenne
Vincent Tavenne: "Ohne Titel (Tente Orange)", 1998, Stoff, Holz, Fiberglas, Metall
Jim Lambie
Jim Lambie: "ZOBOP", 1999, Installationsansicht Transmission Gallery, Glasgow