Stadt Landau in der Pfalz / St├Ądtische Galerie Villa Streccius
 
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"Kontraste"
Franz Bernhard, Florian K├Âhler, Klaus Kr├Âger, Tomislav Laux
24.03.12 bis 29.04.12

Vernissage am 23.03.12 um 20.00 Uhr
Begrüßung: Hans-Dieter Schlimmer, Oberbürgermeister
Einführung: Lutz Stehl


Die Ausstellung "Kontraste" vereint vier deutsche Künstler der gleichen Generation, deren Werke in ihrer Unterschiedlichkeit auch Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Arbeiten des Bildhauers Franz Bernhard und der Maler Florian Köhler und Klaus Kröger. Die Naturformen sind abstrahiert. Im Werk Franz Bernhards sind sie dem Organischen ebenso nahe wie dem Geometrischen. Die figurativen Fragmente Florian Köhlers und Klaus Krögers stehen in einer Spannung zu Struktur und Farbe. Der Maler Tomislav Laux verzichtet auf jede gegenständliche Darstellung. Seine Formensprache ist reduziert auf ein einziges geometrisches Element, das Rechteck, das er in sensiblem Kolorit variiert.

Die Skulpturen aus Holz und Eisen von Franz Bernhard geben ihre anthropomorphe Grundhaltung nicht ohne weiteres preis. Die Naturformen sind abstrahiert und stehen dem Geometrischen ebenso nahe wie dem Organischen.

Der in Jockgrim lebende Bildhauer Franz Bernhard, geboren 1934, studierte 1959-1966 Bildhauerei an der Kunstakademie Karlsruhe bei Wilhelm Loth und Fritz Klemm. Bernhard ist mit zahlreichen Kunstpreisen ausgezeichnet: 1968 Villa-Romana-Preis, Florenz, 1969 Villa-Massimo-Preis, Rom, 1970 Wilhelm-Lehmbruck-Förderpreis der Stadt Duisburg, 1975 Pfalzpreis für Plastik, Kaiserslautern, 1976 Arbeitsstipendium des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrie, 1977 Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg, 1980 Prix de la Ville de Mulhouse, Frankreich, 1981 Max-Lütze-Medaille, 1984 Kunstpreis der Heitland Foundation, Celle, 1986 Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz, 1989 Lovis-Corinth-Preis, 2007 Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg.

"Das Drama beginnt, wenn die Figur in die Landschaft tritt" (Zitat: Florian Köhler). Die Figurengruppen des in Hamburg lebenden Malers Florian Köhler sind in einem differenzierten Kolorit aus einem dichten Geflecht von Struktur und Farbe gehalten. Köhlers Menschenbild formuliert die Bedrohung menschlicher Existenz, doch auch die Möglichkeit seiner Behauptung durch eine individuelle und kollektive Identitätsfindung in der Gesellschaft und Natur.

Florian Köhler, geboren 1935, studierte 1957-1963 an der Städelschule Frankfurt am Main und der Kunst- akademie München. Er ist Gründungsmitglied der Künstlergruppen WIR und GEFLECHT und Preisträger "Junge Kunst in Hessen". Florian Köhler ist unter anderem vertreten in der Sammlung der Kunsthalle Schweinfurt, im Museum der Arbeit Dortmund und im Museum Sammlung Hurrle, Durlach.

Klaus Krögers Bilder sind kraftvoll, aggressiv, expressiv. Von ungeheurer Präsenz fordern sie den Betrachter heraus. Krögers Werke sind dem Informel zuzuordnen, doch hat der Individualist nie ganz auf den Gegenstand verzichtet. Seine ausgestrichenen "Köpfe" sind schablonenhafte Symbole der menschlichen Gestalt, Zahlen und Wörter werden von dem Maler wie Hiebe auf das Schwarz und Weiß seiner Leinwände und Pappen gesetzt. Seine Datumsbilder zeigen das unaufhaltsame Fortschreiten der Zeit.

Klaus Kröger, geboren 1920, studierte am Hamburger Baukreis, nahm 1964 an der documenta III in Kassel teil, erhielt 1982 den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg und war 1986 Ehrengast der Villa Massimo in Rom. 1995 und 1985 zeigte die Kunsthalle Hamburg Klaus Kröger in einer Einzelausstellung. 2010 verstarb Klaus Kröger in Hamburg.


Tomislav Laux arbeitet in Serien und Werkgruppen. In seiner Werkserie "100 Bilder" konzentriert sich Tomislav Laux einzig auf die Farbe und ein Rechteck als bildnerisches Element. Das lange Rechteck ermöglicht dem Künstler einen Dialog der Farben zu schaffen, Farbe in das Bild zu bringen - wie er es selbst nennt. So entstand 2007/08 eine Serie von 100 Bildern, von denen in der Ausstellung "Kontraste" 16 Arbeiten gezeigt werden. Seit 2011 erweitert Tomislav Laux diese selbstgewählte reduzierte Formensprache in einer Reihe von Arbeiten sensiblen Kolorits des Formats 150 x 90 cm. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl dieser aktuellen Serie, die im Anschluss im Ostböhmischen Museum Budweis gezeigt werden.

Tomislav Laux, geboren 1939 in Serbien, kam als 17 -ähriger nach Hamburg, wo er von 1960 bis 1964 an der Hochschule für Bildende Künste freie Malerei studierte. Seine Werke sind in der Hamburger Kunsthalle, der Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloss Gottorf und der Albertina Wien zu sehen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Veranstalter: Kulturabteilung der Stadt Landau in der Pfalz in Zusammenarbeit mit der Galerie Heike Hinkelmann, Hamburg, und der Galerie Tilo Ruppert, Landau


Öffnungszeiten:
Di., Mi. von 17.00 bis 20.00 Uhr
Do. bis So. von 14.00 bis 17.00 Uhr





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Städtische Galerie Landau
Tomislav Laux: "Nr. 82", 2008, aus der Werkserie "100 Bilder", ├ľl auf Leinwand, 93 x 67 cm, Foto: Tomislav Laux
Städtische Galerie Landau
Franz Bernhard: "Figur schwebend", WV 435, Bongossiholz, Stahl, 175 x 60 x 170 cm (2 Exemplare), Foto: Lucia Bernhard