Stadt Ludwigshafen / Wilhelm-Hack-Museum
 
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Denis Pondruel: "Chambre de danse mentale"
Plastiken, Zeichnungen
24.03.07 bis 28.05.07

In seinen plastischen Arbeiten setzt sich der Künstler immer wieder mit einer einfachen, fast minimalistischen, geometrischen Form und deren Kontext auseinander. Denis Pondruels fast hermetisch geschlossene Betonblöcke sind durchbrochen von einem Eingang, der über einen Korridor hinunterführt zu einer Art Raum, der aber keine andere Funktion hat als "ein Lagerraum im Herzen der Realität zu sein, eine verheißende Leere, ein winziger Raum, der aus der Welt entfernt wurde", so Theresia Kiefer.
Die Arbeiten des Künstlers erinnern den Betrachter an hausähnliche, bewohnbare Objekte, an "archetypische" Unterkünfte. Auf den ersten Blick muten die "Blöcke" wie maßstabsgetreue Architekturmodelle an, die vermeintlich begehbar sind, so als ob der Betrachter, mit Hilfe der Aufrisszeichnungen, virtuell darin "spazieren" gehen könnte. Aber die Räume sind und waren nie als Modelle baubarer Architektur gedacht und schließen sich somit eher an die Tradition utopischer Architekturen an, wie sie in Piranesis Carceri oder E. L. Boullées nie ausgeführten Bauten zu finden sind.

So stellt Denis Pondruels Werk nicht nur die Frage nach "archetypischen" Formen menschlicher Behausung, sondern vor allem die Frage nach der Relation zwischen Skulptur und Architektur, zwischen dem Innen und Außen und nach deren Funktion. In den Werken Denis Pondruels scheint das sichtbare Volumen nicht die Skulptur zu sein, sondern lediglich ihre Hülle - der Abdruck, die Negativform einer Skulptur die darin eingeschlossen ist, unsichtbar, eine Leere lassend. Ist das Innere somit lediglich als eine Leerform wie beim Gussprozess zu begreifen und der "Block" als Umschließung oder ist die äußere Form Skulptur und das Innere leerer Raum? Der Künstler spielt mit Gegensätzen wie streng - fließend, Fülle - Leere, Schatten - Licht, Geistigkeit - Materie.

"Unter einer geometrischen abstrakten Form, die wie ein Blockhaus aussieht, versuche ich die Entwicklung eines Gedankens zu beschreiben, was an diesem organisch und zerbrechlich ist. Der Gedanke wird geboren und verläuft manchmal auf erratische und gewundene Art im Gehirn, dargestellt von einer Folge von Fluren, Treppen und Zimmern. Wörter oder Teile von Sätzen, die vom Tageslicht, das von außen kommt, aufleuchten, reagieren wie Stimuli für einen mentalen Tanz der in diesen geschlossenen Architekturen erscheinen und sich entwickeln könnte."

(Denis Pondruel)


Was beobachten wir in und an den Arbeiten von Denis Pondruel. Fülle - Leere - Schatten - Licht, Geistigkeit und die Materie, streng und fließend. Der Künstler beschreibt in seinen letzten Arbeiten wie eine Idee sich in den Windungen des Gehirns bewegt, er versucht hier Gedanken zum Ausdruck zu bringen:
Auf der einen Seite befindet sich die strenge Struktur einer gut konstruierten Architektur, wo nichts dem Zufall überlassen ist, der Künstler beherrscht die Technik.
Auf der anderen Seite das Umherirren von Worten und Bruchstücke von zerfahrenen Sätzen, die wie durch Magie erscheinen. Dann das Wasser, das in die nicht erreichbaren Kammern eindringt, durch Zufall, dem kein Auge folgen kann.
Hier ist das Paradoxale von Pondruel: Wasser und Worte die in kleinen Betonkuben eingeschlossen sind, Ideen die sich in unserem Gehirn anbahnen und verschwinden.

(Diane Lahumière)
 





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Denis Pondruel
Denis Pondruel: "CTRT 265 - danses crâniennes", 2006, Beton, Fiberglas, 25 x 25 x 30 cm