Midissage am 27.06.21 um 11.00 Uhr
Begrüßung: Luise Busch, Leiterin des Kahnweilerhauses
Einführung: Susanne Meier-Faust M.A., Kunsthistorikerin
Die Veranstaltung ist im Freien vorgesehen, wir bitten nach Möglichkeit um Anmeldung und um Beachtung der aktuellen Corona Vorschriften.
Unter dem Titel "Paysages" (Landschaften) zeigt die in der Nähe von Straßburg lebende Künstlerin Ingrid Rodewald ihre Collagen und Objekte im Kahnweilerhaus in Rockenhausen.
Bereits ab dem 22.05.21 können die Arbeiten der Künstlerin im Kahnweilerhaus besichtigt werden, obwohl die offizielle Ausstellungseröffnung, - Corona bedingt-, erst am Sonntag, 27.06.21, 11.00 Uhr und voraussichtlich im Freien, stattfinden wird.
Der Arbeitskreis Kahnweilerhaus bittet dabei um Beachtung der aktuellen Corona Vorschriften und nach Möglichkeit um Anmeldung.
Mit der Ausstellung von Landschaftscollagen im Kahnweilerhaus führt Ingrid Rodewald die Tradition der Collage mit zeitgenössischen Mitteln fort. Anders als die Künstler in Kahnweilers Galerie wie Picasso, Braque oder Gris, die mit den papiers collés die Collage in die moderne Kunst einführten, verwendet sie großformatige Werbeplakate, die die Rasterung des Digitaldrucks erkennen lassen. Dabei zeigen die malerischen Bilder der Künstlerin durchaus Bezüge zu den Künstlern der klassischen Moderne.
Die Erinnerung an Landschaft ist ein zentrales Thema der künstlerischen Arbeit von Ingrid Rodewald. Ob die menschenleeren Collagen reale Landschaften darstellen, oder aber frei konstruierte Bilder einer Umgebung sind, bleibt dabei offen. Die Bilder stehen jedoch immer symbolisch für den Zustand der Welt und deren Menschen. Aus vorgefundenem Material der Plakatwerbung entstehen Werke in Kontrast zu der ursprünglichen Werbebotschaft.
Mit soziologischem Interesse untersucht Ingrid Rodewald reale und fiktive Lebensumfelder sowie die Sehnsucht nach Heimat. Dabei ist die Sicht auf die Landschaftscollagen aus der Ferne klarer, da oft die Betrachtung mit Abstand aus verschwommenen Bruchstücken und gerastertem Digitaldruck ein Gesamtbild ergibt.
Stadt, Vegetation und Natur finden sich in inneren Bildern, die Wahrnehmung der realen Umgebung ist Ursprung einer poetischen Reise zu einer eigenen Wirklichkeit. Abstraktion und Realität-Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion wechseln sich ab. Die Collagen strahlen Ruhe aus, Risse und Brüche in den harmonischen Kompositionen weisen jedoch darauf hin, dass die Idylle trügerisch ist. Die Arbeiten erinnern an Landschaftsmalerei oder an Standbilder aus Filmen. Der Mensch ist abwesend, doch lassen sich Spuren des Menschen in der Kulturlandschaft, in Städten, Feldern, Parks und Gärten erkennen.
Wenn in der aktuellen Pandemie der Bewegungsradius der Bevölkerung in Frankreich auf einen, zehn oder hundert Kilometer beschränkt wird, findet Ingrid Rodewald als "Landschaftsmalerin" im weiteren Sinne nur Bruchstücke ihrer Inspirationsquellen. Auf Erinnerungsbilder zurückgeworfen, sind für sie die Landschaftsbilder ein Ausgangspunkt, den Zustand der Welt zu überdenken. Durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie entsteht eine Sehnsucht nach ruhigen Orten ohne Menschenmassen. Reisebeschränkungen, weltweite Verflechtungen von persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen und eine globale Bilderflut bestimmen den Zugang zu Landschaftsbildern, ein Anlass, diese Landschaften neu zu betrachten.
Die Künstlerin aus Straßburg stellt seit ihrem Studium der Freien Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe ihre Werke in Galerien und Museen international aus. So hatte sie bereits Einzelausstellungen in Frankreich, England, der Schweiz und in Dubai. Auch in Freiburg, Worms, Waldkirch, Trossingen, Ahaus, Herford und in Karlsruhe konnte sie ihre Werke präsentieren.
Öffnungszeiten (Telefonische Anmeldung vorab erforderlich unter 0 151 / 56 99 71 83 oder im Kulturbüro unter 0 63 61 / 45 11 23):
Do. bis So. von 15.00 bis 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung