Jörg Matheis erhält die mit 2.500 EUR dotierte Fördergabe für Literatur 2005 des Bezirksverbands Pfalz. Der 1970 in Altenglan bei Kusel geborene Autor debütierte 2003 mit dem Erzählband "Mono", der beim Münchner Verlag C.H. Beck erschienen ist. Matheis habe, so die Jury unter Vorsitz des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder, einen ganz neuen und eigenen Tonfall in die Beschreibung pfälzischer Orte und Menschen eingeführt. Ihm sei es gelungen, ihr Lebensgefühl mit klarer und eigenwilliger Sprache stimmungsvoll zu vermitteln. Die Prosa des begabten Beobachters und viel versprechenden jungen Talents biete beeindruckende Bilder und literarische Qualität. Die Preisverleihung wird in Kürze stattfinden.
In "Mono" hat Jörg Matheis zehn Erzählungen vereint, wovon sechs in der Westpfalz am Glan spielen. In einigen seiner Geschichten nimmt der Fluss eine fast magische Rolle ein: als Ort der Zuflucht, der Erinnerung und des inneres Exils vor den Zumutungen der Außenwelt. Die Erzählungen eröffnen ein Spannungsfeld zwischen dem Verhaftetsein in einer Region und der Sehnsucht nach der Fremde, zwischen der engen Heimat und der weiten Welt. So einfach die Geschichten auf den ersten Blick gestrickt erscheinen, so raffiniert durchkomponiert und von höchster sprachlicher Präzision erweisen sie sich von ihrem Ende her betrachtet. Dabei beherrscht ein wehmütig-trauriger Grundton die Szenerie. Nicht actionreiche Handlung, sondern erzählerische Mittel, wie die Rückblende, treiben die Geschichten voran.
Jörg Matheis
Jörg Matheis wurde 1970 in Mühlbach, heute ein Ortsteil von Altenglan, geboren, wo er auch aufwuchs. In Mainz studierte er Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften und ist in der Marketingabteilung einer Bank in Frankfurt tätig. Er lebt in Ingelheim/Rhein. Zurzeit arbeitet er an zwei Projekten: an dem Erzählband "Hab keine Angst", einer Sammlung von vielfältig aufeinander bezogenen Kurz- und Langerzählungen, sowie an dem Roman "Ein Foto von Mila", einer Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der Flugtagskatastrophe in Ramstein 1988 und der Präsenz der Amerikaner in der Westpfalz.