Stadt Rockenhausen / Museum für Kunst Rockenhausen
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Jutta Steudle: "In der Zwischenzeit"
28.04.24 bis 16.06.24
Museum für Kunst Rockenhausen
Jutta Steudle. Foto: Dorothea Burkhardt

Vernissage am 28.04.24 um 11.00 Uhr
Begrüßung: Michael Vettermann, Stadtbürgermeister und Luise Busch, Kahnweiler Arbeitskreis
Zur Eröffnung findet ein Künstlergespräch statt.

"Jutta Steudle geht es in ihrer Arbeit weniger um Gestaltung als vielmehr um Materialuntersuchung. Eigentlich betreibt sie eine Art Grundlagenforschung mit Materialien. Etwa zum Abschluss der Akademiezeit arbeitete sie über einen längeren Zeitraum mit Latex, später mit Kunststoffen, dann mit Papier und Beton", schreibt Harald Kröne über sie im November 2017 und fährt dann fort: "Die Zwischenergebnisse dieser Forschung münden in Fragen oder Problemstellungen. Eigentlich wünsche sie, das Material möge sich selbst aussprechen, ohne dass irgendwelche Formen dazwischenstehen, die bei der Strenge, mit der Jutta Steudle darüber nachdenkt, zwingend hätten sein müssen."
Man müsse die Arbeiten der Künstlerin ganz genau ansehen, um das heraus zu finden, weil man näher liegenden Lösungen leicht auf den Leim gehe. Das sei sicher auch die Absicht Steudles, dieses Abfragen unserer Aufmerksamkeit. Dazu komme eine eigenartig insistierende Grundhaltung, die versuche, auf das Wesentliche zurückzugehen, auf wenige "Handgriffe".

Alexa Becker stellt fest: "Steudles Papierarbeiten sind weder dominant noch besonders raumgreifend. Und dennoch nehmen sie signifikante Eingriffe im Raum vor. Sie sind immer abstrakt und entziehen sich spröde eindeutigen Interpretationen. Sie wollen nicht nur mit den Augen, sondern auch empathisch erkundet werden." Zu ihren aktuellen Bildern merkt sie an, dass die Künstlerin diese konsequent zweiseitig bearbeite, mit einem dickflüssigen Lack auf der einen und einer dünnflüssigen Farbe auf der anderen Seite. Das mache den gestalterischen Prozess der Künstlerin noch komplexer und bewirke stärker sichtbare Spuren auf der Oberfläche des Werkes. Durch das Knicken und spätere Falten platze Lack ab, zeigten sich Spuren des späteren Einwirkens auf das Material. In gewisser Weise erzählten die Arbeiten dadurch mehr von ihrem Entstehungsprozess. Steudles künstlerisches Vorgehen reize stets die Grenzen des Materials aus, sei eine Art Gratwanderung zwischen Realisierbarkeit und Scheitern. "Über die rein optische Wahrnehmung des Betrachters hinaus appellieren die Objekte an dessen instinktive Reaktion. Auch wenn sich das Werk einer eindeutigen Sinnhaftigkeit entzieht, berührt es uns in einer Weise, die sich schwerlich in Worte fassen lässt", erklärt die Autorin abschließend.

Die 1972 in Stuttgart geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Mannheim, studierte von 2001 bis 2006 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Einzelausstellungen hatte sie bisher in Heidelberg, Mannheim und in Karlsruhe.

Öffnungszeiten:
Di. bis So. von 14.30 bis 17.30 Uhr



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Jutta Steudle. Foto: Dorothea Burkhardt