Stadt Rockenhausen / Kahnweilerhaus
 
Susanne Wadle: "jardin sauvage"
Objekte, Plastiken
05.05.19 bis 30.06.19

Vernissage am 05.05.19 um 11.00 Uhr 
Begrüßung: Luise Busch, Leiterin des Kahnweilerhauses
Einführung: Dr. Lida von Mengden, Kuratorin und Kunsthistorikerin

Susanne Wadles Objekte treten auf wie Alltagsobjekte - scheinbar vertraut, nicht zufällig benutzt sie als Ausgangsmaterial häufig Fundstücke: Möbel, deren Gebrauchsspuren als Spuren gelebten Lebens in die Bildsprache der Künstlerin einfließen. Doch durch gezielte Veränderungen entrückt sie die Dinge dem Kontext unserer Welt. Vertrautes wirkt rätselhaft heiter. Ihre Objekte sind Synthesen des scheinbar Unvereinbaren, Werke, die den Blick des Betrachters irritieren und intensivieren, erfahren wir bereits auf der Einladungskarte zur Vernissage.

Da körperliches Denken heute selten geworden ist, verursachen Waldles Werke einen Sog, der einem vom reinen Betrachten in eine Welt des Empfindens zieht. Reflexartig werden Gefühle ausgelöst, als wären Wahrnehmen und Spüren gekoppelt. "Emotionen steigen auf, Erinnerungen sind augenblicklich wieder präsent, und der Betrachter wird von einem starken Drang erfasst, die Objekte zu befühlen, sie durch Tasten, durch eine eigene körperliche Aktion zu erleben und sie sich auch innerlich auf diese Weise anzueignen." schreibt Dr. Lida von Mengden in ihrem Aufsatz "Susanne in Wonderland". Den Körper nennt sie einen künstlerischen. Es gehe der Künstlerin dabei darum, eine Gegenwelt zu unserer Umwelt zu schaffen, das sei der Schwerpunkt ihres Schaffens. Sie möchte dem von Zwängen und Notwendigkeiten Bestimmten etwas entgegensetzen, was hinter der Vernunft liegt, nämlich das Surreale. Dazu verwendet sie die fließenden Übergänge zwischen verschiedenen Realitäten, die Verfremdungen der Formen und der Materialien für die Übersetzung des körperlichen Denkens ins Bildhafte.
 
Die 1966 geborene Susanne Wadle studierte Bildende Kunst und Geografie an der Universität Mainz und an der Ecole Nationale Superieure d'Art in Dijon. Später folgte noch ein Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Von 1996 bis 2004 hatte sie ein Atelier im Atelierhaus Waggonfabrik in Mainz und heute lebt und arbeitet sie in Landau.
1989 erhielt sie das Salzburgstipendium des Kunstvereins Eisenturm, Mainz und 1991 war sie an einer Plastik zu der Platzgestaltung der Integrierten Gesamtschule Mainz beteiligt. Das deutsch-französische Jugendwerk Bad Honnef gewährte ihr 1992 ein Stipendium und 1994 bekam sie den Förderpreis Kunst am Taubengarten, Grünstadt. Den Albert Haueisen Förderpreis Jockgrim erhielt sie 1995 und 1996 ein Stipendium vom Kloster Cismar in Schleswig-Holstein. Das Asterstein-Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz wurde ihr 1998/99 zuerkannt und im Jahr 2000 erhielt sie den Auftrag, eine Skulptur im Außenbereich der Kindertagesstätte Koblenz zu gestalten. 2009/10 bekam sie den ZONTA Kunstpreis in Ludwigshafen. Einzelausstellungen mit ihren Werken wurden bisher in Darmstadt, Bochum, Dijon, Budapest, Germersheim, Herne, Mainz, Landau, Heilbronn, Wiesbaden, Straßburg, Koblenz, Pforzheim, Karlsruhe, Neustadt/Weinstraße, Pirmasens, Speyer, Oberroedern/Elsass, Biskek/Kirgisistan und Altenstadt/Elsass veranstaltet.

"Gerade wegen ihrer Körperbezogenheit ist man geneigt, ihre Arbeit als genuin weiblich einzuordnen, doch reicht sie über derart geschlechtsspezifische Parameter hinaus; geht es doch um eine allgemein menschliche Verfasstheit der Welt. Das Problemfeld 'einen Körper haben' und 'ein Körper sein' wird in ihrer Kunst immer wieder berührt und thematisiert. Die von ihr künstlerisch formulierten Fragen nach dem Ich in seinem Verhältnis zu dem anderen, zu einem Außen, zur Welt und Gesellschaft, mündet letztlich in die Frage nach dem Verhältnis von Körper und Geist und von Leib und Seele" schreibt Lida von Mengden am Ende ihres Aufsatzes "Susanne in Wonderland".


14.06.19 von 19.00 bis 22.00 Uhr
Nacht der Museen in Rockenhausen
In den Museen der Stadt und der Innenstadt mit buntem Rahmenprogramm


Öffnungszeiten:
Do. bis So. von 15.00 bis 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung - Tel: 0 63 61 / 10 89

Links:
Wadle Susanne (Rubrik K√úNSTLER)


[zur√ľck]
Kahnweilerhaus
Susanne Wadle (v. l. n. r.): "Baumschneebedeckt", 2017-2019 (Fichte, Papier, Handarbeiten in diversen Techniken) | "petite table de nuit", 2017 (Holz, Terracotta glasiert) | "Turm", 2018 (Jute gen√§ht, Kr√§nze, Heu, h√∂lzerne Unterkonstruktion) ‚Äď alle aus der Werkgruppe "habitat", Foto: Susanne Wadle