Kunstverein Ludwigshafen am Rhein / Kunstverein Ludwigshafen am Rhein
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Technologies of Togetherness. Marlies Pöschl
11.06.22 bis 14.08.22
Kunstverein Ludwigshafen am Rhein
Marlies Pöschl: "Data Garden", 2021, 4-teilige ortsspezifische Videoinstallation, 360 Grad-Video, Farbe, binauraler Ton, gesamt ca. 15 min., Video still ©Marlies Pöschl / Bildrecht

Vernissage und Sommerfest im Hof am 10.06.22 um 19.00 Uhr
Begrüßung: Hartmut Hüfken, 1. Vorstandsvorsitzender
Einführung: Jana Franze-Feldmann, Direktorin
Anschließendes Fest im Innenhof!

Je mehr die herannahende Klimakrise als existenzbedrohende ökologische Katastrophe in unser Bewusstsein rückt, umso lauter werden die Forderungen nach einem gesellschaftlichen Wandel hin zu Konzepten einer nachhaltigen Lebensgestaltung. Neo-Ökologie bildet die Grundlage einer neuen globalen Identität, die unsere Zukunftsaussichten fest im Blick hält, allerdings auch wirtschaftlich instrumentalisiert. Die Frage, wie wir aktuell und künftig Sorge füreinander tragen können, erfährt in diesem Kontext erhöhte Brisanz: Mangelnde Chancengleichheit, das dauerhaft überlastete Pflegesystem oder der noch immer nicht vorhandene Klimagenerationenvertrag sind nur einige der Seismografen der so oft unstimmigen Balance im Sozialen. Marlies Pöschl entwickelt mit ihren multiperspektivischen Filmen und Installationen häufig ein Abbild dieser Bruchstellen konfliktbehafteter Realität. In ihren Werken klingen immer wieder drängende Zukunftsfragen an, darunter auch jene, wie sich die zum Leben benötigten Infrastrukturen, etwa Nahrungsmittelproduktion und CareArbeit, durch den technologischen Fortschritt verändern könnten.

 Die Ausstellung TECHNOLOGIES OF TOGETHERNESS im Kunstverein Ludwigshafen ist die erste institutionelle Einzelpräsentation der österreichischen Künstlerin in Deutschland. Pöschls filmische Erzählungen entführen ihre Betrachter:innen in rätselhafte, oft im Verborgenen liegende Szenerien und präsentieren bildgewaltige Verschmelzungen von Dokumentation, Science-Fiction und Mythos. Hierbei stehen immer wieder Orte im Fokus, die an den Rändern des gesellschaftlichen Lebens liegen und nach einer eigenen, inneren Logik funktionieren. Systemische Abläufe, Mechanismen und Techniken im gesellschaftlichen Zusammenhang sind dabei häufige Sujets, die die Künstlerin mit den Ausdrucksmöglichkeiten Tanz, Musik, Performance, Sprache oder Poesie fasst. Kollektives Arbeiten ist darüber hinaus eine zentrale verbindende Methodik. Häufig bezieht Pöschl andere Künstler:innen, aber auch Laiendarsteller:innen sowie Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus in ihren Prozess ein. Das Filme machen beschreibt sie selbst als soziale Praxis; sie vertraut auf kollektive Intelligenz und schafft so Werke, die die Vielschichtigkeit unseres gemeinschaftlichen Seins abbilden. Die Filme von Marlies Pöschl imaginieren angesichts einer bedrohten und aus dem Gleichgewicht geratenen Gegenwart Möglichkeiten einer digitalisierten, nachhaltigen und fürsorglichen Zukunft.

TECHNOLOGIES OF TOGETHERNESS präsentiert einen breiten Querschnitt durch das bisherige kreative Schaffen der Künstlerin. Die Ausstellung möchte die Besucher:innen des Kunstvereins Ludwigshafen mit diesem Projekt für die Prozesshaftigkeit der gesellschaftlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit sozialen Fragestellungen der Gegenwart sensibilisieren. 
Pöschls Kunst steht für das ständige Vor und Zurück unseres Fortkommens, in dem die Bedürfnisse des Individuums und der Gemeinschaft ebenso wie Sachlichkeit und Emotionalität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit immer wieder gegeneinander aufgewogen werden. Sie plädiert für Wissenschaft und Sinnlichkeit in gleichem Maße und benennt immer wieder die einzige Lösung für unser Dilemma: das Miteinander.

Kuratiert von Jana Franze-Feldmann

[Flyer zur Ausstellung + Begleitprogramm PDF]

Öffnungszeiten: 
Di. bis Fr. von 12.00 bis 18.00 Uhr
Sa., So. und Feiertage von 11.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt: Pay what you want!



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Marlies Pöschl: "Data Garden", 2021, 4-teilige ortsspezifische Videoinstallation, 360 Grad-Video, Farbe, binauraler Ton, gesamt ca. 15 min., Video still ©Marlies Pöschl / Bildrecht