Stadt Ludwigshafen / Rudolf-Scharpf-Galerie
 
Senta Geißler - Ein Künstlerinnenleben zwischen Ludwigshafen und Sizilien
Retrospektive an zwei Orten: Stadtmuseum Ludwigshafen und Rudolf-Scharpf-Galerie
03.08.08 bis 05.10.08

Senta Geißler wurde 1902 in Heidelberg geboren, studierte als eine der ersten Frauen ab 1919 an der Karlsruher Kunstakademie und zählte nach ihrer Heirat 1932 gemeinsam mit ihrem Mann, dem Ludwigshafener Arzt und Avantgarde-Sammler Albert Rohrbach zu den wichtigen Repräsentanten des städtischen Kunstlebens. Beide waren aktive Gegner des Naziregimes. Nach dem frühem Tod ihres Mannes 1956 verließ die Künstlerin Deutschland und suchte in Italien einen Neuanfang. Etwa 15 Jahre lebte sie von 1960 an unter ganz bescheidenen Verhältnissen in Agrigento auf Sizilien. 1974 kehrte Senta Geißler nach Ludwigshafen zurück, wo sie im Jahre 2000 gestorben ist.

Senta Geißler zählt zu den Persönlichkeiten von Ludwigshafen, die das kulturelle Leben der Stadt über Jahrzehnte mitgeprägt haben. Dieser unkonventionellen, starken Frau und Künstlerin widmen die beiden städtischen Museen eine gemeinsame Ausstellung, in der Leben und Werk gleichermaßen gewürdigt werden.

Stadtmuseum

In nur wenigen Monaten schuf Senta Geißler 1958 eine Reihe von großformatigen Gemälden zum Wiederaufbau von Ludwigshafen. Dieser einzigartige Zyklus wird hier zum ersten Mal vollständig gezeigt. Ergänzt und kommentiert durch Fotografien und Stadtpläne, entsteht ein ebenso faszinierendes wie ganz individuelles Panorama vom Aufbruch in eine neue Zeit.

Rudolf-Scharpf-Galerie

Das intime Ambiente der Galerie liefert den Rahmen für Senta Geißlers Landschaften, Bildnisse und Stillleben - vom spätimpressionistischen Frühwerk aus den zwanziger Jahren über die zarten "japanischen" Blätter von 1931 bis zu den auf Sizilien entstandenen Bildern, die vom intensiven Studium der italienischen Landschaft, der antiken Kultur und des südlichen Lichts zeugen.

Zur Ausstellung erscheint die erste umfassende Biografie über die Künstlerin: Karoline Hille, "Senta Geißler. Ein Künstlerinnenleben", edition ebersbach Berlin, die in der Ausstellung zum Preis von 20 EUR erworben werden kann. Die Ludwigshafener Kunsthistorikerin Karoline Hille hat dafür den gesamten Nachlass von Senta Geißler im Wilhelm-Hack-Museum wissenschaftlich aufgearbeitet, zahlreiche Zeitzeugen befragt und neue Quellen erschlossen.

Ausstellung und Biografie wurden unterstützt von der Stadt Ludwigshafen, vom Zonta Club Ludwigshafen Pfalz e.V., der Antonie-Besler-Stiftung-Ludwigshafen, der VR Bank Rhein-Neckar eG, der Stiftung der ehemaligen Stadtsparkasse Ludwigshafen/Rhein, der GEDOK Gruppe Mannheim-Ludwigshafen, der GAG Ludwigshafen und der BASF SE.





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Ein Künstlerinnenleben zwischen Ludwigshafen und Sizilien
Senta Geißler: "Selbstbildnis", um 1925, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, Wilhelm-Hack-Museum. Foto: Thomas Henne, Mannheim