F├Ârdergemeinschaft Herrenhof Mu├čbach / Herrenhof Mu├čbach
 
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"3 x 80" - Klaus Heinrich Keller, Werner Korb, Jochen Winckler
23.09.18 bis 14.10.18

Vernissage am 23.09.18 um 11.15 Uhr
Begrüßung: Gustav-Adolf Bähr, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Herrenhof
Einführung: Gabriele Weingartner, Autorin und Kulturjournalistin
Musik: Andreas Keller, drums


13.10.18 | 10.00 bis 12.30 Uhr
„KECK“: Kinder entdecken creativ Kunst
 Leitung: Tine Duffing | Information und Anmeldung: 0 63 21 / 80 731


Klaus Heinrich Keller (1938-2017)
Als eine "Gratwanderung zwischen Verstand und Gefühl" hat Klaus Heinrich Keller einmal die Entstehungsprozesse seiner Bilder beschrieben. Nach einem "rauschhaften Beginn", bei dem sich die Leinwände nicht zufällig auf dem Boden befänden, weil ja auch noch alles offen und ungeformt sei, erklärte der Künstler einst im Gespräch, "setzt dann die Ratio ein". Das heißt: in der Explosion des Anfangs erhält zwar der gelenkte Zufall seine
Chance und beteiligt sich als vermeintlich gestisches Verfahren am bildnerischen Geschehen. Dann aber, wenn das werdende Bild aufrecht steht, übernimmt der Künstler die Perspektive des Betrachters und beobachtet sich selbst - in einem Akt der zweiflerischen Ambivalenz - bei der Arbeit.
Wobei die Perspektive des Betrachters natürlich eine Fiktion, vielleicht sogar nur ein Wunschbild bleibt. (...)

Werner Korb
Empathie und Wachheit, Hartnäckigkeit und Ausdrucksvermögen in nicht nachlassender Intensität: Das sind die Eigenschaften und Fähigkeiten, die Werner Korbs politische Kunst auszeichnen. Die Ausstellung "3X80" zeigt geradezu exemplarisch, wie trotzig der Künstler seine moralischen und ästhetischen Maximen verwirklicht.
Dass er je seine Trauer und sein Entsetzen über den Zustand der Welt nicht zur Kenntnis nehmen und künstlerisch nicht darauf antworten könnte, ist für ihn kaum vorstellbar. Wobei er wohl kaum bestreiten würde, dass das historisch-seismographische Gewissen, mit dem er begabt ist, auch eine Last sein kann - schon weil es ihn nie aus der Verantwortung entlässt. Korb muss reagieren. Sein Empörungsimpuls springt an, wenn gewisse Grenzen überschritten werden. Ist er im Kern doch der geblieben, der er war. Einer, der nicht einfach zur Tagesordnung übergehen konnte nach dem Schicksal seines vom NS-Regime gequälten Vaters und unter der Verstocktheit der frühen Bundesrepublik litt. Im Gegenteil, der junge Mann und später auch der ältere, lebte stets im Bewusstsein, wie brüchig der Firnis war, der über der deutschen Katastrophe lag, und wie groß die Gefährdung der Demokratie, die man sich immer neu erkämpfen musste. (...)

Gabriele Weingartner, 2018


Jochen Winckler
"Zufall und Zweifel, meine zwei guten Freunde": Seit über vier Jahrzehnten sind sie die treuen Weggefährten des in Königsfeld im Schwarzwald lebenden Künstlers Jochen Winckler und nichts deutet - zumindest aus Betrachtersicht - auf diesen immer wiederkehrenden und für den Künstler offenbar äußerst wichtigen Tagebucheintrag und gelegentlichem Bildelement hin. Denn wo bitte soll in dem facettenreichen Figurenkabinett Platz und Raum für zufällige Entscheidungen oder gar für skeptische Infragestellung des Geschaffenen sein? So vielgestaltig die Arbeiten auch erscheinen, so kalkuliert und ausgetüftelt wirkt die ästhetische Form. Jedes noch so kleine Detail, jedes Fundstück, ob Knochen, Federn, Keramikscherben oder Edelstein, sogar der Verlauf der Rostpatina scheint exakt eingeplant zu sein. Ob lebensgroße vollplastische Figuren, aufwändig arrangierte Kästen oder kleine handliche Blätter aus Papier oder Metallgewebe, ob reich bebildert, gestisch untermalt oder nüchtern auf’s Wesentliche reduziert: die stilsicheren Arbeiten wirken stets formvollendet.

Stefan Simon, 2005

 

Öffnungszeiten:  
Mi. von 18.00 bis 20.00 Uhr
Sa. von 14.00 bis 18.00 Uhr
So. und Feiertage von 11.00 bis 18.00 Uhr



Links:
Keller Klaus Heinrich (Rubrik K├ťNSTLER)


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