Bezirksverband Pfalz / Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk)
 
Kindergalerie in der Pfalzgalerie Kaiserslautern
"Das Stadion in der Schachtel"
Neues von der Kindergalerie in der Pfalzgalerie Kaiserslautern
13.07.06

Die jungen Museumsbesucher der Pfalzgalerie Kaiserslautern beschäftigten sich in den zurückliegenden Wochen mit der Sonderausstellung zur WM, die unter dem Motto "Faszination Fußball" stand. Sie betrachteten den Wandteppich "Homo ludens" von Margret Eicher im Foyer des Museums, zogen Vergleiche zu traditionellen Bildteppichen mit Ritterspielen und Landschaftsmotiven, wie sie den Kindern zum Teil aus der Jubiläumsausstellung "125 Jahre Pfälzisches Gewerbemuseum" in Erinnerung sind. Die "verschwommene" Menschenmenge auf der Tribüne wurde näher beschrieben: vorne, uns nahe, wirken die Zuschauer groß und nach hinten zunehmend kleiner, bis zur Unkenntlichkeit. Die Museumskinder stellten fest, dass ein Fußballbild lebendig wirken muss. Dies wird nicht nur durch Bewegung und Aktion der Fußballspieler vermittelt, sondern auch durch Ausstrahlung, Atmosphäre, Begeisterung und Emotionen, die im Stadion entstehen.

Kinder erschufen sich ihre eigenen Räume, in die sie sich hineinversetzen und die sie erleben konnten. Zur Gestaltung des Spielfeldes hatten die jungen Museumsgäste Spielfeldansichten von Sabina Lang und Daniel Baumann betrachtet. Sie erkannten die Technik "Fotografie" und die Darstellung eines Fußballfeldes mit veränderter Rasenmarkierung, die alle herkömmlichen Spielregeln außer Kraft setzt. Die Kinder stellten fest, dass den Spielern die Orientierung fehlt, wenn die Markierungen nicht mehr stimmen und dass Regeln unseren Alltag in allen Bereichen prägen. Kreativität und Fantasie der Kinder bestimmten, mit welchen Mitteln sie die Regeln umgestalten und damit das Spiel beeinflussen konnten.

Die Kinder betrachteten in der Pfalzgalerie auch die "Fußballtore" der Künstlerin Frances Scholz, die in den Ausstellungsräumen einander gegenüber hingen. Verrutschte, verschobene und durcheinander geratene längs- und quergerichtete Linien wurden als Strukturen erkannt, die ein Netz darstellen, ein Tornetz. Die Kinder fühlten die Dynamik: Es ist kein gespanntes Netz, sondern es bewegt sich. Spontan und gestisch verarbeiteten sie das Erlebte. Auf eine Glasplatte trugen sie Farbe auf und hoben die Zeichnung mit einem Stift ab, so dass negative Linien sichtbar wurden. Es entstanden so genannte Monotypien, einmalige Abdrucke auf Papier. Die Arbeiten der kleinen Künstler können in der Kindergalerie im Obergeschoss des Museums betrachtet werden.



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