Bezirksverband Pfalz / Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk)
 
"Pfälzische Sezession - Zu Gast im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern"
Arbeiten von 24 Künstlern der Sezession und vier Gästen
21.01.07 bis 18.02.07

"Wandel ist der Künste Weg"
(Hans Purrmann)


Als erste der Neugründungen von Sezessionen nach dem 2. Weltkrieg nahm die Pfälzische Sezession schon 1945 ihre Arbeit auf, nachdem der damals 69jährige Maler Daniel Wohlgemuth aus Gundersheim/Rheinhessen an den mit ihm befreundeten Malerkollegen Rolf Müller-Landau in Heuchelheim/Pfalz geschrieben hatte, es sei dringend nötig, "eine Künstlergemeinschaft zu gründen, die sich Pfälzische Sezession nennen könne". Rolf Müller-Landau, der diesen Vorschlag bereits im Juni 1945 positiv beantwortete und das Projekt unverzüglich in Angriff nahm, wurde der Gründungspräsident, und auch der Bildhauer Theo Siegle, der ihm 1956 als Sezessionsvorsitzender folgte, setzte sich schon 1945 für die Sezessionsgründung ein.


Von diesem Anbeginn in einer Zeit, da heile, das heißt nicht von den Kriegswirren zerstörte Ausstellungsräume selten waren, ebenso selten wie das Vorhandensein von künstlerischem Arbeitsmaterial, hat sich durchgehend bis heute für die Sezession als signifikant und sinnvoll erwiesen, was der Maler Will Sohl aus Heidelberg so formulierte: "Das Gute und Stützende bei der Pfälzischen Sezession ist dies, dass die Arbeit der Mehrheit bei allem individuellen Gestalten mehr oder weniger von der gleichen Qualität ist."


Rolf Müller-Landau, ein höchst aktiver Vorsitzender, rief Freunde und Kollegen aus dem Saarland, aus Darmstadt, Wiesbaden, Baden-Württemberg bis nach München, Berlin und Hamburg zur gemeinsamen Gründung auf. Zu den Mitgliedern - auch weit über die Gründerjahre hinaus - gehörten, um nur einige der großen Namen zu nennen, Maler wie Otto Dill (bis 1950), Edvard Frank, Hans Purrmann, Werner Gilles, Curth Georg Becker, Fritz Zolnhofer, Hans Dahlem, Will Sohl, Karl Kunz, Otto Ditscher, Johann Georg Müller, Alo Altripp, Erich Schug, die Holzschneider HAP Grieshaber und Rudolf Scharpf, der nach wie vor sozusagen "dienstältestes" Mitglied der Sezession ist (seit 1948), die Zeichnerin und Radiererin Karin Bruns. Dazu gehörten in dieser Generation die Bildhauer Theo Siegle, Hermann Geibel, Otto Kallenbach, Wilhelm Loth, Emy Roeder, Fritz Schwarzbeck, Gustav Seitz. Hans Purrmann und sein intensiver Briefwechsel mit Rolf Müller-Landau führten dazu, dass Purrmann zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Seit 2002 ist Carl Anton Reichling, der längstjährige Geschäftsführer der Sezession, zum Ehrenmitglied ernannt worden.


Der "Kronzeuge" der Sezession, der Wiesbadener Kunsthistoriker Dr. Ulrich Gertz schrieb einmal: "(...) Dieser freundgewordene Künstlerkreis zeichnet sich durch gegenseitige Anerkennung aus und hat die Pfalz in den Blickpunkt des öffentlichen Kunstinteresses gerückt." Dieses Interesse wünschen sich auch die jetzigen 31 Mitglieder der Pfälzischen Sezession, von denen der überwiegende Teil - 24 Künstlerinnen und Künstler - sich den Besuchern in der Pfalzgalerie Kaiserslautern zusammen mit vier Gästen mit rund 80 Werken im Januar/Februar 2007 präsentiert.


Heute gehören der Sezession an: die Bildhauer/innen Franz Bernhard, Inge Blum, Karl-Heinz Deutsch (2. Vorsitzender), Thomas Duttenhoefer, Stefan Forler, Maximilian Hutlett, Erich Koch, Eberhard Linke (1. Vorsitzender), Achim Ribbeck, Gernot Rumpf, Paul Schneider, Margot Stempel-Lebert; die MalerInnen, Zeichner und Graphiker Edgar Blum, Otfried Culmann, Rudolf Dister, Michael Fieseler, Heike Negenborn, Peter Haese, Hermann Th. Juncker, Bernd Kastenholz, Klaus Heinrich Keller, Werner Korb, Christiane Maether (Malerei und Bildhauerei), Alfonso Mannella, Susanne Ritter, Horst Römer, Rudolf Scharpf für den Holzschnitt; Dieter Brembs ist Grafiker und Objektkünstler, Alexandra Deutsch und Angela Glajcar sind Objektkünstlerinnen (Papierinstallationen), Thomas Brenner künstlerischer Fotograf (inszenierte Foto-Installationen)


Etliche der Sezessionsmitglieder sind in der Ständigen Sammlung der Pfalzgalerie mit Werken vertreten; bereits verstorbene Mitglieder wie Michael Croissant und Lothar Fischer wurden als Pfalzpreisträger direkt in die Sezessionsgemeinschaft übernommen.

(Ursula Weber, Geschäftsführerin der Pfälzischen Sezession)






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24 Künstlern der Sezession
Arbeiten von 24 Künstlern der Pfälzischen Sezession und vier Gästen zu Gast in der Pfalzgalerie