Bezirksverband Pfalz / Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk)
 
Theo Wieder (links) und Walter Dech (rechts)
Bezirksverband Pfalz u. Handwerkskammer Pfalz vergeben Pfalzpreis und Fördergabe 2005
11.11.05

Im Rahmen der Eröffnung einer Ausstellung in der Pfalzgalerie Kaiserslautern, die das zeitgenössische kunsthandwerkliche Schaffen dokumentiert, würdigten der Bezirksverband Pfalz in Kooperation mit der Handwerkskammer der Pfalz den Dannenfelser Keramikermeister Manfred Braun mit dem Pfalzpreis für das Kunsthandwerk, der mit 5.000 EUR dotiert ist. Eine Fördergabe über 2.500 EUR erhielt die Schmuckgestalterin Iris Kuhn. "Die Ausstellung macht die Zusammenführung von Kunst und Handwerk sichtbar", sagte der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder und verwies auf die 125-jährige kunsthandwerkliche Tradition der Pfalzgalerie, die als Gewerbemuseum zusammen mit der Meisterschule für Handwerker gegründet wurde. Vor 30 Jahren habe dann der Bezirksverband Pfalz den Pfalzpreis für das Kunsthandwerk ins Leben gerufen, um das kunsthandwerkliche Schaffen in der Pfalz zu pflegen und zu fördern.

Insgesamt seien, erläuterte Wieder, 47 Bewerbungen eingegangen, die Ausstellung präsentiere 107 Exponate von 31 Wettbewerbsteilnehmern. Die Jury habe keine leichte Wahl zu treffen gehabt. Doch Manfred Braun überzeugte mit seinen keramischen Lichtobjekten, "die eine überzeugende Verbindung von Lichtführung, grafisch-linearen Elementen und sensibler Materialbehandlung" erkennen ließen. Er wurde 1955 in Windhoek (Namibia) geboren, betreibt seit 1981 in der Pfalz am Donnersberg eine Werkstatt und erzielte bereits 1999 den Pfalzpreis. Die Schmuckarbeiten der Diplom-Designerin und Goldschmiedin Iris Kuhn erfassen, so Wieder, "auf komplexe Weise das Thema geometrischer Ornamentik und entfalten auf eine besonders lebendige Weise dreidimensionale Wirkung". Sie wurde 1970 in Speyer geboren. Nach einer Goldschmiedelehre in Karlsruhe folgte ein Studium in Pforzheim, das sie als Diplom-Designerin abschloss. Sie lebt im südfranzösischen Mansencôme.

Kunsthandwerk beschrieb Handwerkskammerpräsident Walter Dech als "gestalterische Tätigkeit, die zu gleichen Teilen Aspekte des Handwerks, der Kunst und des Designs umfasst". Deshalb sei eine der Besonderheiten des Kunsthandwerks "seine Vielfalt und sein Facettenreichtum". Das Produkt könne man als Ergebnis eines sehr persönlichen Gestaltungsprozesses bezeichnen, der "geprägt ist von erlernten handwerklichen Fertigkeiten und den individuellen und kreativen Fähigkeiten des Herstellers". Dies zeige die Ausstellung ganz deutlich.





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