F├Ârdergemeinschaft Herrenhof Mu├čbach / Herrenhof Mu├čbach
 
Gabi Blinne: "Materialpoesie"
Malerei, Skulptur
03.05.09 bis 24.05.09

Gabi Blinne liebt die unscheinbaren Dinge, die im Verborgenen leben und denen sie zufällig begegnet. Fundstücke berühren und inspirieren sie. Ein Stück Holz, ein gusseisernes Kreuz, ein altes Wespennest sind Fragmente, die sie bewahrt, überhöht und oft zu Fetischen verwandelt. Ihre Arbeiten wirken zart und sind doch fest und stabil. Sie thematisiert das Einfache und Elementare in Formen wie Nest und Schale, Bogen und Tor oder auch Flügel. Kleinplastiken und Reliefs entstehen aus scheinbar unvereinbaren Materialien wie Eisen, Holz, Papier und Beton. Doch es gelingt ihr, das Gegensätzliche zu versöhnen, das Leichte und das Schwere, Kostbare und Rohe, Spröde ud Flexible zu einer ästhetischen Einheit zu binden.

Von Haus aus Grafikerin, hat Gabi Blinne Beziehung zu Metall und Papier und entdeckt diese Werkstoffe auch für ihre plastische Arbeit. Sie vertraut ganz auf die Sprache des Materials, die Eigenfarbe der Fundstücke und Naturmaterialien, vor allem aber auf die Stofflichkeit ihres bevorzugten Materials Papier. Papier umspannt die filigranen, gitterartigen Formen wie eine schützende Haut. Brüchig und vielfach aufgerissen unterstreicht es jedoch den Eindruck des Fragilen und Verletzbaren der Objekte. Auf das Eigenleben des Materials kommt es Gabi Blinne immer wieder an.

Formbar und vielschichtig zeigt sich handgeschöpftes Papier in Prägereliefs und Prägeobjekten. In mehreren Lagen gegossen, gepresst und geprþgt leben diese Arbeiten aus dem spannungsreichen, plastischen Spiel von Positiv- und Negativformen. Freiheit und Beweglichkeit im Umgang mit dem Material spiegeln sich auch in der Raumauffassung. Innen und aussen sind nicht streng voneinander getrennt, sondern aufeinander bezogen. Die vielfach transparenten, raumdurchlässigen Objekte wirken wie Hülleformen, welche Fundstücke umschliessen, sie bergen ohne zu verbergen. Leicht behütet nennt Gabi Blinne diese Konstellation und deutet sinnbildhaft auf den Menschen, seine Sehnsucht nach Geborgenheit und Zugehörigkeit, sein Eingebundensein in Orte des Lebens und der Erinnerung.

Ulrike Hauser-Suida


Gabi Blinne

- geb. am 22.06.1948 im Kloster Arnsburg bei Gießen

Studienreisen nach USA, Japan, Indien, Ägypten, Island, Türkei. Dort intensive Beschäftigung mit Kulturgeschichte und Malerei. Ausbildung in Druckgrafik und bildhauerischen Techniken bei Günther Berlejung (Universität Landau). Seit 1990 Umsetzung der grafischen und malerischen Arbeiten auf tragbare Schmuckobjekte und Metallplastiken. Seit 1996 intensive Auseinandersetzung mit dem Material Papier.


Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen:
Halberg-Schloss (Fußgönheim), Kammgarn (Kaiserslautern), Saalbau (Neustadt), Werkstattgalerie (Erfweiler), Galerie Feuervogel (Frankenthal), Messehalle (Pirmasens), Ostrowski-Museum (Sochi), Kulturzentrum Herrenhof (Neustadt/Weinstraße), Wilhelm-Hack-Museum und Rudolf-Scharpf-Galerie (Ludwigshafen), Kunstverein (Bad Bergzabern), Kulturzentrum, Alte Feuerwache (Mannheim), Galerie Solitär (Berlin), Ecole des beaux arts, Galerie du Faouêdic und Hotel Gabriel (Lorient), Alte Synagoge (Weisenheim a. Berg), Salon d'art plastique (Marne-la-Vallée) Schloss und Forum für Kunst (Heidelberg), Kulturzentrum (Galway), Museum DASA (Dortmund), Atelier-Galerie GB (Bockenheim/Weinstraße), Galeria Gravura Brasiliera (Sao Paulo), Visual Art Assoziation (Rehovot), Städtische Galerie Sumgait (Asserbeidschan), Weingut Weegmüller (Neustadt-Haardt)

Mitgliedschaften:
- Gedok Rhein-Main-Taunus
- Künstlergemeinschaft "Der Anker", Ludwigshafen
- BBK Heidelberg
- Heidelberger Künstlergruppe 79 e.V. Werkstattgalerie



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