Bezirksverband Pfalz / Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk)
 
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Max Slevogt - Benvenuto Cellini
18.09.13 bis 03.11.13

Vernissage am 17.12. 13 um 18.00 Uhr
Begrüßung: Dr. Britta E. Buhlmann, Museumsdirektorin
Einführung: Dr. Heinz Höfchen, Ausstellungskurator


Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) bietet ab Mitte September einen
konzentrierten Einblick in ein graphisches Hauptwerk Max Slevogts: Die Illustrationen
zum "Leben des Benvenuto Cellini“. Die Schau im Graphischen Kabinett wird am

Mit der bedeutenden Vorzugsausgabe des Werkes besitzt die Grafische Sammlung
des mpk ein herausragendes Beispiel der Zeichenkunst des großen deutschen
Impressionisten. Im Auftrag des Berliner Verlegers Bruno Cassirer hat Slevogt die von
Goethe übersetzte Autobiographie Cellinis mit rund 300 Originallithographien illustriert,
die 1911/14 von dem berühmten Meisterdrucker Auguste Clot in Paris gedruckt wurde.
Es ist eine der beeindruckendsten Unternehmungen der modernen Buchillustration.
Die Lebenserinnerungen des Florentiner Goldschmieds und Plastikers sind ein vor
Vitalität strotzender kulturhistorischer Stoff aus der Zeit der italienischen Renaissance
und des Manierismus sowie das Bild eines künstlerischen Menschen in seiner
schöpferischen Unrast. Neben einer Auswahl von rund 50 Lithographien werden
mehrere Entwurfsskizzen, die ebenfalls zum Bestand der Graphischen Sammlung
gehören, in der Ausstellung gezeigt.

Benvenuto Cellini, der von 1500 bis 1571 in Florenz lebte, gilt als eine der genialsten
Künstlerpersönlichkeiten des 16. Jahrhunderts und als typischer Universalmensch
("uomo universale") der italienischen Renaissance. Allerdings wirkte er nicht nur als
berühmter Künstler, sondern der laut Vasari "aufbrausende Schurke" war immer wieder
wegen Diebstahls, Gewalttätigkeiten und Todschlags angeklagt, wurde eingekerkert
oder befand sich auf der Flucht. Was seine hochgestellten Gönner keineswegs von
Gunstbeweisen und Aufträgen abhielt. Zu Cellinis bekanntesten Werken gehören der
Perseus in der Florentiner Loggia dei Lanzi und die Saliera für Franz I. im Wiener
Kunsthistorischen Museum. Mit der Niederschrift seiner Autobiografie begann Cellini
1557. Das Werk ist nicht nur spannend und kulturhistorisch sowie literarisch
bedeutsam, es ist auch die früheste bekannte Künstler-Autobiografie überhaupt.
Johann Wolfgang von Goethe übersetzte den Stoff 1798 ins Deutsche. Die
Autobiografie inspirierte auch Hector Berlioz zu seiner gleichnamigen Oper.

Max Slevogt gehört mit Lovis Corinth und Max Liebermann zu den wichtigsten
Vertretern des deutschen Impressionismus. Neben seinem malerischen Werk steht
gleichbedeutend sein grandioses zeichnerisches und druckgrafisches Schaffen, das
als Höhepunkt der deutschen Buchillustration im 20. Jahrhundert gilt. Einem breiten
Publikum bekannt sind etwa die durch viele Auflagen und Ausgaben populären
Illustrationen zu James Fenimore Coopers "Lederstrumpf".

Geboren wurde der später mit Berlin und der Pfalz verbundene Max Slevogt 1868 als
Sohn eines Hauptmanns im bayerischen Landshut. Er beginnt ab 1885 ein Studium
an der Münchener Akademie der bildenden Künste, an das sich 1889 ein Besuch der
damals renommierten Académie Julian in Paris anschließt. 1890 unternimmt der junge
Künstler eine Italienreise. Danach ist er wieder in München tätig und arbeitet unter
anderem für die Zeitschriften "Jugend" und "Simplicissimus". 1898 heiratet er die aus
dem pfälzischen Godramstein stammende Antonie Finkler. Diese Verbindung stärkt
Slevogts Beziehungen in die Pfalz: Später wird er aus dem Besitz der Familie seiner
Frau das Hofgut Neukastel erwerben und dauerhaft einen Teil des Jahres in der Pfalz
verbringen. Im Jahr 1900 übersiedelt der Künstler nach Berlin und schließt sich dem
Kreis der Berliner Secession an. 1914 wird er Mitglied der Preußischen Akademie der
Künste und 1917 Vorsteher eines Meisterateliers an der Akademie. Max Slevogt stirbt
1932 auf Neukastel.




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mpk
Max Slevogt: "Benvenuto fällt den Häscher mit dem Dolch an", Illustration zu Benvenuto Cellini, 1914, mpk, Grafische Sammlung, Inv.-Nr. 0-595. © mpk