Bezirksverband Pfalz / Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk)
 
Phil Sims: "Color in my Mind"
12.04.08 bis 13.07.08

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern zeigt vom 12.04.08 bis 13.07.08 Gemälde, Zeichnungen, Pastelle, Aquarelle, Skulpturen und keramische Objekte, sog. "Tea Bowls", des amerikanischen Künstlers Phil Sims. Die Arbeiten sind zwischen 1973 und 2008 entstanden. Zahlreiche von ihnen werden zum ersten Mal in einem Museum präsentiert.

164 Werke bieten einen umfassenden Überblick; sie verdeutlichen unterschiedliche Schaffensphasen des Künstlers und stellen Verbindungen innerhalb seines vielschichtigen Œuvres dar. Eine Reihe keramischer Skulpturen und die neunteilige Serie der "Sea Paintings" sind eigens für diese Ausstellung entstanden. Sie betonen die für Phil Sims charakteristische Arbeitsweise, sich mit vorgefundenen Räumlichkeiten oder Kunstwerken zu beschäftigen. In diesem Sinne sind die "Sea Paintings" von 2007 das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Ölgemälde "Walchensee bei Mondschein" aus dem Jahre 1920 von Lovis Corinth. Es befindet sich in der Gemäldesammlung des Museums Pfalzgalerie.

Phil Sims geht es um die emotionale Wirkung und sinnliche Präsenz der von ihm verwendeten Farben. Seine Malerei aus zahlreichen übereinander liegenden Farbschichten wirkt lediglich auf den ersten Blick monochrom. Bei näherer Betrachtung verbinden sich Farblagen von jeweils unterschiedlicher Deckkraft zu einem neuen Farbklang aus mehreren Tönen.

1984 fand am Williams College of Art in Massachusetts eine Ausstellung mit Werken europäischer und amerikanischer Maler statt. Unter ihnen war auch Phil Sims. Der Titel "Radical Painting" (Radikale Malerei) wurde hier eingeführt. Die Künstler standen in der Tradition der 1950er und 1960er Jahre, der Maler der New York School mit Barnett Newman, Mark Rothko und Clifford Still. Sie grenzten sich jedoch von deren "Colorfield-Painting" (Farbfeldmalerei) ab. Phil Sims arbeitet mit dem Prinzip des "Allover" und stellt die Farbe in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Aussage. Die erlebnishafte Begegnung mit der konkreten Materialität von Farbmasse, Struktur, Licht und Bildträger ermöglicht einen Zugang zur radikalen Malerei Phil Sims' und eröffnet dem Betrachter eine besondere Art der Farbwahrnehmung.

1940 in Richmond, Kalifornien (USA) geboren, studierte Phil Sims nach einer Ausbildung zum Keramiker von 1964 bis 1965 am San Francisco Art Institute Malerei. Von 1968 bis 1970 unternahm er Reisen nach Europa, in den Nahen Osten und nach Indien. Nach seiner Rückkehr lebte er bis 1977 in San Francisco und ließ sich danach in New York nieder. Im Anschluss an einen einjährigen Aufenthalt in New Mexico 1999, zog Phil Sims im Jahre 2000 nach Pennsylvania. Hier lebt und arbeitet er.

Die Gemälde von Phil Sims waren in zahlreichen Ausstellungen in Europa und in den USA zu sehen. Sie befinden sich im Besitz internationaler Sammlungen und Museen, u.a. in der Sammlung Panza, Varese (I), in der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York (USA), im Williams College Museum of Art, Williamstown, Massachusetts (USA), im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Köln (D), im Kunstmuseum Bonn (D), dem Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen (D), den Staatlichen Museen Kassel, Neue Galerie (D), der Kunsthalle Kiel (D), dem Musée d'Art Contemporain, Lyon (F) und in der Malmö Konsthall (S).

Es erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache mit Beiträgen von Britta E. Buhlmann, Annette Reich und Brigitte Tietzel.


"Vom Geheimnis der Farbe"
Zur Ausstellungseröffnung

"Die heutige Ausstellungseröffnung ist für den Bezirksverband Pfalz, sein Museum und für alle Kunstinteressierten etwas ganz Besonderes", mit diesen Worten begrüßte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder Phil Sims und die zahlreichen Gäste in der Pfalzgalerie Kaiserslautern. Die Ausstellung "Color in my mind", die bis Mitte Juli insgesamt 164 Gemälde, Zeichnungen, Pastelle, Aquarelle, Skulpturen und keramische Objekte ("Tea Bowls") des bekannten amerikanischen Künstlers zeige, ermögliche dem Betrachter, "Dinge aus ungewohntem Blickwinkel zu beleuchten". Denn, so Wieder, "Kunst will Sehen lehren". Darüber hinaus kündigte er an, dass die Pfalzgalerie vor einer neuen Sanierung stehe. So soll der Westflügel im ersten Obergeschoss ausgebaut werden, um Wechselausstellungen und Arbeiten des Grafischen Kabinetts zeigen zu können. "Wenn die Baumaßnahme im kommenden Sommer abgeschlossen sein wird, hat der Bezirksverband Pfalz insgesamt knapp acht Millionen Euro in den zurückliegenden 15 Jahren in die Pfalzgalerie investiert."

Richard Aker, der stellvertretende amerikanische Generalkonsul aus Frankfurt am Main, lobte, dass die Pfalzgalerie eine lange Tradition in der Präsentation amerikanischer Kunst vorweisen könne. Viel Positives sei bereits im Vorfeld der Ausstellung geschrieben worden, sagte die Kaiserslauterer Bürgermeisterin, Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt. "Das erzeugt Spannung und weckt die Vorfreude auf das Projekt", das mit langer Vorlaufzeit verwirklicht worden sei. "Color in my mind" mache süchtig, schwärmte Museumsdirektorin Dr. Britta E. Buhlmann: "Phil Sims Bilder haben die Farbe selbst zum Gegenstand, sind also abstrakt." In seinen Gemälden spüre der Künstler "dem Geheimnis der Farbe" nach; sie seien Einladungen, "sich auf die Farbe einzulassen". "Die Farbe wird zu einem sinnlichen Erlebnis", fügte denn auch Ausstellungskuratorin Dr. Annette Reich hinzu. Phil Sims sei ein Vertreter der "radikalen Malerei"; bis zu 60 Farbaufträge könne ein Bild aufweisen. (...)


 





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Phil Sims
Phil Sims: "Keramische Skulptur" (2007) Ton mit Ascheglasur
Atelier Phil Sims
Ansicht des Ateliers Phil Sims, Orson/Pennsylvania (USA)