Bezirksverband Pfalz / Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk)
 
Thomas Meier-Castel: "Liaison mit Schwarz"
15.05.04 bis 04.07.04

Eröffnung am Freitag, 14.05.04, um 19.00 Uhr durch den Bezirkstagsvorsitzenden Joachim Stöckle, Pfalzgalerie-Direktorin Dr. Britta E. Buhlmann und Dr. Heinz Höfchen, Leiter der Graphischen Sammlung der Pfalzgalerie.

Während der Ausstellungseröffnung findet ein Programm für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren unter pädagogischer Leitung von Trude E. Deubig und Sylvia Fuchs statt.

Thomas Meier-Castel zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Radierern. Er wurde 1949 im saarländischen Blieskastel geboren und lebt heute im französischen Grimaucourt bei Ligny-en-Barrois. Meier-Castels oeuvre gravé ist sowohl in Deutschland als auch in Frankreich als herausragende künstlerische Leistung geschätzt und anerkannt. Seine letzte Einzelausstellung fand 2002 in der Staatsgalerie Stuttgart statt.

Nachdem sich Thomas Meier-Castel während der 80er Jahre mit den Möglichkeiten der großformatigen Farbradierung auseinandergesetzt hat, ist er seit 1990 ausschließlich in einer "Liaison mit Schwarz" tätig. Er arbeitet nur mit der Druckfarbe Schwarz, die freilich in ihrer Wirkung die vielfach gebrochenen und abgestuften Grautöne und das Chamois des Papiergrundes beinhaltet. Die Ausstellung zeigt anhand herausragender Beispiele die strukturelle Abfolge der Werkgruppen im graphischen Werk Meier-Castels seit 1990 von gestisch-expressiven Arbeiten bis zu meditativen Bewegungsspuren im Raum.

Der bislang beschrittene Weg der Werkphasen spannt sich von den 1990/91 in Rom entstandenen aktionsgeladenen "Giant prints" bis zu der jüngsten, fast lyrisch erscheinenden Suite der "Fog Banks", die den letzten Herbst in Lothringen Revue passieren lassen. Beeindruckend sind die großformatigen, teilweise monumentalen Drucke Thomas Meier-Castels durch die Klarheit ihrer Konzeption und ihre formale Prägnanz. Der Künstler hat bereits vor 20 Jahren das kleinteilige Arbeiten mit der Radiernadel aufgegeben und sich anderen, moderneren technischen Mitteln zugewandt. Er begann seine großen
Kupferplatten mit der Schleifmaschine zu bearbeiten, schleppte sie an eine Kette gehängt mit dem Auto über Landstraßen und ritt sie schließlich mit einer Parkettschleifmaschine zu. Solcherart ist die heutige Radierung - und man ist nicht weniger verblüfft als über manch Computergeneriertes.

Thomas Meier-Castel hat nach Sprachstudien in England und Frankreich seine künstlerische Ausbildung 1973/76 bei Anian W. Steinert in Karlsruhe erhalten. Nach mehreren Auslandsaufenthalten, unter anderem in Rom, Florenz und Moskau, arbeitet er 1976/82 zeitweilig in der Stahlindustrie und beginnt, mit großen Eisenplatten zu experimentieren. Ab 1985 entstehen seine ersten großformatigen Radierungen. 1988 lebt er in Paris, bevor er sich 1989 in Lothringen niederlässt.

Zur Ausstellung erscheint ein 112 Seiten starker Katalog.



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