Kunstverein Ludwigshafen am Rhein / Kunstverein Ludwigshafen am Rhein
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Junge Rheinland-Pfälzer Künstlerinnen und Künstler - Emy-Roeder-Preis 2005
11.03.05 bis 08.05.05

Vernissage am 10.03.05 um 19.00 Uhr
Begrüßung: Dr. Ines Kehl, Kunstverein Ludwigshafen am Rhein, Erste Vorsitzende
Grußwort: Roland Härtel, Staatssekretär, MWWFK, Rheinland-Pfalz
Einführung: Barbara Auer, Kunstverein Ludwigshafen am Rhein, Geschäftsführerin

Die Förderung junger NachwuchskünstlerInnen hat im Kunstverein Ludwigshafen mit der alle drei Jahre stattfindenden Ausstellung "Junge Rheinland-Pfälzer Künstlerinnen und Künstler" bereits eine gute Tradition. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland-Pfalz findet bereits zum siebten Mal die Wettbewerbsausstellung statt.

Dieses Mal haben sich 104 Künstler/innen aus Rheinland-Pfalz im Alter bis zu 35 Jahren beworben. Nach Sichtung der eingereichten Mappen hat eine siebenköpfige Jury davon 25 Künstler/innen für die Ausstellung ausgewählt und den Preisträger des "Emy-Roeder-Preises" (5.200 EUR) sowie des Förderpreises (2.600 EUR) ausgelobt. Die Bekanntgabe der Preisträger mit Preisverleihung findet auf der Vernissage am 10.03.05 um 19.00 Uhr statt. Staatssekretär Roland Härtel (Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur) wird die Preise verleihen (mehr Infos: siehe unten).

Die Ausstellung zeigt einen breiten Querschnitt künstlerischen Schaffens in Rheinland-Pfalz. Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten umfasst Malerei, Plastik, Fotografie, Installation, Grafik und Videokunst und gibt einen Einblick in die junge, lebendige Kunstszene des Landes. Auch dieses Jahr ist die Fotografie mit neun Positionen am stärksten vertreten. Die Malerei mit fünf Vertretern ist ausschließlich figurativ und spiegelt einen allgemein festzustellenden Trend in der gegenwärtigen jungen Kunstszene in Deutschland. Das Spektrum der dreidimensionalen Arbeiten ist besonders breit. Hier kommen ganz unterschiedlicher Materialien - wie zum Beispiel Papier, Gips, Silikon oder Wattestäbchen - zum Einsatz und lassen äußerst interessante und phantasievolle Objekte entstehen. Eine direkt auf den Ludwigshafener Kunstverein bezogene Installation, zwei Videoarbeiten sowie sehr unterschiedliche Arbeiten aus dem Bereich der Grafik runden das Gesamtbild ab.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Markus Ackermann, Sandra Ackermann, Nicole Ahland , Ulli Böhmelmann, Sabine Dehnel, Götz Diergarten, Philip Emde, Sven Fritz, Angela Glajcar, Jan Harsa, hermann & heym, Natalie Huth, Nikola Jaensch, Judith Kolb, Klaus Lomnitzer, Sascha Nau , Christian Peter, Esther Richthammer, Cornelia Rößler, Erik Schmelz, Lukas Schmenger, Jan Schmidt, Anke Schreck, Johanna Sillescu, Ivaylo Stoyanov und Carolin Wilms.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Jeden Sonntag findet um 15.00 Uhr eine Führung statt. Ab April ändern sich die Führungszeiten auf 14.00 Uhr.


Lange Nacht der Museen

16.04.05 | 19.00 Uhr bis 3.00 Uhr

Anlässlich der "Langen Nacht der Museen" darf das Publikum selbst die beste Arbeit prämieren. Jeder Besucher erhält einen roten Punkt, um sein Lieblingskunstwerk zu markieren. Für die ersten drei "Publikumslieblinge der Langen Nacht" haben sich drei Ludwigshafener Firmen für großzügige Spenden gefunden. Die Firma ISD Industrie Service spendet 300 EUR, das fashion-house überreicht einen Einkaufsgutschein in Höhe von 150 EUR, die Firma freisberg wohnbedarf hat einen Designer Stuhl von Verner Panton gestiftet.

Weiteres Programm:

- Musik ab 22.30 Uhr Groove Guerilla
- Stündliche Kurzführungen mit Barbara Auer ab 19.00 Uhr
- Lesung mit den beiden Tatortkommissaren Ulrike Folkerts und Andi Hoppe aus Tatort-
Drehbüchern ab 20.00 Uhr


Emy-Roeder-Preis 2005 geht an die Bildhauerin Angela Glajcar

Zur diesjährigen Emy-Roeder-Preisträgerin wurde mit großer Zustimmung und auch hier mit einstimmigem Votum die Bildhauerin Angela Glajcar gekürt. Die Künstlerin hat sich seit einiger Zeit in Rheinland-Pfalz, aber auch über die Landesgrenzen hinaus mit ihren großen, raumgreifenden Papierskulpturen einen Namen gemacht. Ihr künstlerischer Werdegang beginnt mit einem Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Tim Scott. Während des Studiums und in den ersten Jahren ihrer freikünstlerischen Arbeit sind sowohl Holz- als auch Stahlskulpturen von zum Teil gewaltigen Ausmaßen entstanden. Spätestens seit 1998 verdrängt jedoch das Papier, das bis dahin mehr zur Ausarbeitung der bildhauerischen Arbeiten diente, als Werkstoff die Materialien Holz und Stahl und bestimmt zunehmend ihre künstlerische Arbeit. Aus gerissenen Bahnen weißen und schwarzen Büttenpapiers entstehen die ersten reliefartigen Collagen, auf die innerhalb kurzer Zeit komplex ineinander verschlungene, an die Wand fixierte und gleichzeitig in den Raum ragende Skulpturen folgen.

Für den Wettbewerb hat die Künstlerin eigens eine auf die Maßverhältnisse der Ausstellungshalle des Kunstvereins abgestimmte und in ihren Ausmaßen überwältige Skulptur realisiert. Aus fünf Metern Höhe entrollen sich die weißen, mit schwarzer Tusche bemalten und in unterschiedliche Teilstücke gerissenen Papierbahnen bis auf den Boden, wo sie sich weiter entfalten, um sich dann in schwungvollem Bogen wieder über die Wand zu erstrecken. Das komplexe Gefüge ineinander verschlungener und sich gegenseitig durchdringender Papierbahnen bietet dem Betrachter je nach Wahl des Standorts eine unendliche Zahl ständig sich verändernder Ein- und Durchblicke. Je nach Lichteinfall oder gezielter künstlicher Beleuchtung erzeugen die auf den Oberflächen und an der Wand sich ausbreitenden Schatten ein äußerst komplexes, in sich verschachteltes Raumgefüge.

Bereits im vergangenen Jahr hat sich der von der Künstlerin in jüngster Vergangenheit gefasste Entschluss, sich ausschließlich auf die Weiterentwicklung ihrer Papierskulpturen zu konzentrieren, mit der Verleihung des Vordemberge-Gildewart-Stipendiums 2004 sicherlich ausgezahlt. Von einer international besetzten Jury erhielt die Künstlerin für ihre Arbeit diese hohe Anerkennung. Nun setzt Rheinland-Pfalz mit der Verleihung des Emy-Roeder-Preises 2005 die Reihe der Würdigungen ihrer herausragenden künstlerischen Arbeit fort. Angela Glajcars Sensibilität für Raum und Bewegung verleiht ihren Skulpturen ein hohes Maß an ästhetischer Klarheit und Ausgewogenheit. Damit wird einer jungen Künstlerin zu Recht der Emy-Roeder-Preis als Auszeichnung für eine qualitativ hochwertige, überzeugend eigenständige und weiterhin viel versprechende künstlerische Arbeit zuerkannt.

Barbara Auer, Kunstverein Ludwigshafen am Rhein, Geschäftsführerin



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