Kunstverein Ludwigshafen am Rhein / Kunstverein Ludwigshafen am Rhein
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"Zwischen Himmel und Erde - Bettina Bürkle und Klaus Illi"
Raumgreifende Installation
31.03.12 bis 01.07.12
Kunstverein Ludwigshafen
Bettina Bürkle und Klaus Illi, Installationsansicht, Kunstverein Ludwigshafen, 2012 © Bettina Bürkle und Klaus Illi, VG Bild-Kunst, Bonn, 2012

Vernissage am 30.03.12 um 19.00 Uhr
Begrüßung: Dr. Ines Kehl, Kunstverein Ludwigshafen, 1. Vorsitzende
Grußwort: Dietrich Skibelski, Bereichsleiter für Kultur der Stadt Ludwigshafen
Einführung: Barbara Auer, Kunstverein Ludwigshafen, Direktorin

Für das Künstlerpaar Bettina Bürkle und Klaus Illi war es geradezu zwingend, die gewaltige Raumhöhe der Ausstellungshalle des Kunstvereins zum Ausgangspunkt ihrer raumgreifenden Installation zu machen. Der Blick des Betrachters wird beim Betreten der Ausstellung sofort nach oben, zur Decke gelenkt und macht ihm das ganz Spezifische des Raumes bewusst: das riesige, über zehn Meter hohe Tonnengewölbe des Daches ist von einem großen Oberlichtfenster durchbrochen, über dessen beeindruckende Öffnung die Ausstellungshalle mit Tageslicht durchflutet wird. Diesen, für den Betrachter nicht erreichbare Deckenraum, haben die beiden Künstler mit einer weißen Wolkenschicht angefüllt. In wechselndem Rhythmus schwellen die weißen, pneumatischen Skulpturen langsam an, dehnen sich aus und nehmen in einem voll entfalteten Zustand mitunter einen Durchmesser von über 5,50 Metern an. Einige berühren im entleerten Zustand fast den Boden, andere hängen gerade über den Köpfen der Besucher, wieder andere sind weiter oben, direkt unterhalb der Gitterstruktur der Zwischendecke angebracht. Der Himmel, das Wolkenbild ist spielerisch leicht, dann wieder auch dramatisch und verändert sich permanent.

Erst jetzt nimmt der Besucher auch die roten Knospen am Boden wahr, die emporsteigen, sich bis zur prallen Fülle entfalten, um dann wieder langsam abzusinken und sich auf dem dunklen Boden immer flacher auszubreiten. Dazwischen wachsen einige, sich fast im Raum verlierende, schwarze, schlanke Säulen nach oben bis in den Wolkenhimmel hinein. Sie strecken sich dem Licht, der Luft, den Wolken entgegen, erinnern an die endlose Säule Constantin Brancusis. Sie nehmen in ihrer gegenläufigen Bewegung zum Wolkenhimmel einen starken dynamischen Gegenpart ein.

Dieses dramatische, sich permanent wandelnde Geschehen des Knospens, Blühens, Welkens und wechselvollen Neubeginns beinhaltet den großen Kreislauf des Werdens und Vergehens. Indem der Besucher die Halle durchschreitet, erlebt er sich selbst als Teil der Natur, er gerät ins Staunen, angesichts dieses beeindruckenden, in einem permanenten Wandel sich befindenden Szenarios auf das er keinen Einfluss hat. Alles atmet, alles ist in Bewegung, der Betrachter fühlt sich ganz klein, er wird zum staunenden Kind. Der ganze Raum scheint sich mit Atemluft zu füllen, lässt alles Wachsen und Erblühen. Immer wieder gibt es Momente der Ruhe und Stille. Dann beginnt der Kreislauf wieder von neuem.
Bettina Bürkle und Klaus Illi haben die Halle des Kunstvereins in einen wundersam verzauberten, einen paradiesischen Ort der Ruhe und Kontemplation verwandelt, zu dem jeder Besucher seinen ganz persönlichen Zugang finden wird.

Das [Video] gibt einen kleinen Eindruck über die Arbeit der beiden Künstler.


Zu den Künstlern:

Bettina Bürkle (Jg. 1961) hat von 1981-1989 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart studiert. Sie hat zahlreiche Stipendien erhalten: u.a. 1991 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg; 1996/97 das Cité internationale des Arts, Paris.

Klaus Illi (Jg. 1953) hat von 1982-1985 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, von 1985-1988 an der Hochschule der Künste, Berlin und von 1988-1990 an der Parson School of Design, New York studiert. Er hat zahlreiche Stipendien erhalten: u.a. 1990 und 1992 das Visual Arts Scholarship E. F. Albee Foundation, Montauk, N.Y., 1998/99 das Cité internationale des Arts, Paris.

Beide Künstler leben und arbeiten in Ostfildern bei Stuttgart.


Begleitprogramm

21.04.12 | 19.00 bis 2.00 Uhr
Lange Nacht der Museen
Inmitten der Ausstellung spielen zwischen 20.00 und 24.00 Uhr die jungen Schlagwerkkünstler Joss Turnbull und Thorsten Gellings. Mit gespannten Fellen, Metallzungen, Metallstäben, Kelchtrommeln, Stimme, orientalischen Rahmentrommeln
und Tam Tams tritt das Duo Resonanz in einen Dialog mit den kinetischen Objekten.

29.04.12 | 15.00 Uhr (Eintritt frei)
Tanzperformance und Künstlergespräch
Tanzperformance: AdRem Jugendtheater unter Leitung von Gabriele Twardawa
Künstlergespräch: Bettina Bürkle und Klaus Illi im Gespräch mit Barbara Auer
Es gibt dazu Kaffee und Kuchen.

24.06.12 | ab 15.00 Uhr
Kinderaufführung "Wo Töne und Rhythmen wohnen" und Tanzperformance

Kinderaufführung um 15.00 Uhr
Zusammen mit der Sängerin Nathalie Stadler haben Kinder im Alter von 8-10 Jahren in dem Kurs unserer Jugendkunstschule unARTig "Wo Töne und Rhythmen wohnen…" ein Programm u.a. mit Sprechgesang, rhythmische Körperperkussion erarbeitet, die sich zum Teil auf die beweglichen Objekte in der Ausstellung beziehen. Alle interessierten Kinder und Eltern sind herzlich zu unserer Aufführung eingeladen!

Tanzperformance um 17.00 Uhr
In der Ausstellungshalle findet mit dem Tanztheater "Die Roten Flügel" eine Tanzperformance statt. Es tanzen: Ulrika Müller-Sulzbach, Lissy Parth und Marianne Früh. Als die Leiterin des Tanztheaters Marianne Früh die Ausstellung von Bettina Bürkle und Klaus Illi im Kunstverein Ludwigshafen mit den gefüllten Wolken zum ersten Mal sah, dachte sie, wie schön es sein müsste, wenn die Wolken sie trügen: "mich hineinbegeben in sie, in ihnen versinken, mit ihnen atmen, mich ihnen vollends anvertrauen. So wie einst auf Mutters Schoß."


Mit freundlicher Unterstützung von:
  • Sparkasse Vorderpfalz
  • BASF SE
  • Kultursommer Rheinland-Pfalz
  • Klinikum Ludwigshafen

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Di. bis Fr. von 12.00 bis 18.00 Uhr
Sa. und So. von 11.00 bis 18.00 Uhr




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Bettina Bürkle und Klaus Illi, Installationsansicht, Kunstverein Ludwigshafen, 2012 © Bettina Bürkle und Klaus Illi, VG Bild-Kunst, Bonn, 2012